Italien

Fiskus bremst Apothekenketten aus APOTHEKE ADHOC, 12.10.2017 15:28 Uhr

Berlin - Seit zwei Monaten gibt es in Italien kein Fremdbesitzverbot mehr. Bislang sind aber noch keine größeren Apothekenketten an den Start gegangen. Die Branche wartet ab – vor allem auf ein neues Steuergesetz.

Nachdem jahrelang um die Liberalisierung gerungen wurde, können seit Ende August nicht mehr nur Approbierte eine Apotheke eröffnen, sondern jede natürliche und juristische Person. Der Verband Federfarma hatte sich dafür ausgesprochen, dass Approbierte die Mehrheit der Anteile und damit Stimmrechte halten müssen. Dies wurde jedoch nicht umgesetzt. Die gesetzlich vorgegebenen Öffnungszeiten für Apotheken fallen weg.

Einige Einschränkungen gibt es dennoch: Zwar können Großhändler Apotheken besitzen, pharmazeutische Unternehmen hingegen nicht. Die Eigentümer dürfen nicht mehr als 20 Prozent der Apotheken in einer Region besitzen. Die Kartellbehörden sollen die Einhaltung dieser Schwelle überwachen. Das Alltagsgeschäft in Apotheken muss weiterhin von einem Approbierten geführt werden.

Die Apotheker konnten zwei kleine Siege davon tragen: Die Bedarfsplanung wird auch nach der Liberalisierung beibehalten, sie richtet sich nach der Bevölkerungszahl im jeweiligen Bezirk. Das freut die etablierten Apotheker einerseits, macht es aber für den Nachwuchs fast unmöglich, eine neue Apotheke zu eröffnen oder sich im Bieterverfahren durchzusetzen. Die Liste C, die mehrere Hundert nicht erstattungsfähige Medikamente enthält, wird nicht in die Parafarmacien entlassen. Auf der Liste befinden sich sowohl freiverkäufliche als auch rezeptpflichtige Präparate.

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