Österreich

Apotheker umgarnen Schüler

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Berlin -

Gesundheitsbildung fängt in Österreich schon bei den Kleinen an. Bereits seit vielen Jahren sind Apotheker auch Referenten für Kindergärten und Schulen, bislang kamen die Wissbegierigen in die Apotheke – mit der Initiative apo@school kommen die Magister nun in den Unterricht.

Ein stärkeres Bewusstsein für die eigene Gesundheit und einen verantwortungsvollen Umgang mit Medikamenten sollen die Schüler im Alter zwischen zehn und vierzehn Jahren schon frühzeitig erlernen. Apotheker vermitteln den Schülern ein Basiswissen zu Medikamenten und klären zu Gesundheitsfragen auf.

Besprochen werden aktuelle Themen, bereits im Unterricht behandelte Aspekte vertieft. Die Apothekerkammer Wien hat dazu Unterrichtsmaterialien ausgearbeitet und den referierenden Apothekern zur Verfügung gestellt. Der Wiener Stadtschulrat hat die Schulungsmappe für den Einsatz bestätigt. Neben zielgruppenorientierten Vorträgen beinhalten die Referate auch praxisorientierte Workshops. Auflockerung bringen praktische Übungen wie Salben rühren, Tee mischen oder an ätherischen Ölen riechen.

Das die Schule klar im Fokus für die Vermittlung von Gesundheitsthemen steht, liegt für Stadtschulratspräsident Magister Heinrich Himmer auf der Hand: „Hier können wir alle Kinder und Jugendlichen gleichermaßen erreichen, unabhängig von ihrem sozialen Umfeld oder ihrer Herkunft.“

Das Erfolgsprojekt startete in der Hauptstadt Österreichs. Seit Herbst vergangenen Jahres haben in Wien sechs Schulapothekerinnen an 29 Schulen in 57 Klassen insgesamt 109 Schulstunden gestaltet. Ein Konzept, das auch bei den Schulen Begeisterung findet, die Resonanz ist durchweg positiv. Da Gesundheit bislang noch nicht als eigenes Unterrichtsfach verankert ist, können Initiativen wie apo@school einen wichtigen Beitrag im gesundheitspädagogischen Bereich für Kinder und Jugendliche leisten. Die Schulungsunterlagen kommen bundesweit zum Einsatz.

Die Basisvorträge beantworten Fragen wie: Was ist ein Arzneimittel? Wie wirkt es im Körper? Worauf ist bei der Einnahme zu achten und welche Risiken oder Nebenwirkungen können auftreten? In Absprache mit den Lehrern werden dann für die einzelnen Projektstunden Themenschwerpunkte gesetzt, die sich nach dem Interesse und dem Bedarf der Schüler richten. So können Schlankmacher, Glücklichmacher, Muntermacher oder Muskelmacher als Spezialthemen behandelt werden.

Die Schüler erhalten zu den besprochenen Themen verschiedene Arbeitsblätter zudem wurde das Jugendmagazin „pharmacy“ neu aufgelegt. Die Zeitschrift wird von der Österreichischen Apothekerkammer zusammen mit der Gesellschaft für Schulärzte Österreichs herausgegeben. Die Teenager finden umfangreiche Informationen über alles, was sie über Arzneimittel wissen sollten – von Basisinformationen über Medikamente über Verhütung und Impfungen bis zu Medikamentenfälschungen oder die Apo-App.

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