Immer mehr Fälle

Affenpocken erreichen Italien

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Berlin -

Es geht schnell. Erst vor wenigen Tagen wurden die ersten Fälle von Affenpocken in Großbritannien gemeldet. Nun zeigt sich, wie schnell sich die Virusinfektion verbreitet. Auch Italien meldet den ersten Fall.

Zuletzt häuften sich Infektionen mit Affenpocken bei Menschen. Immer mehr Länder melden erste Nachweise, Deutschland bislang aber nicht. Was über den Erreger bekannt ist - und wie Experten die Situation einschätzen.

Auch in Italien ist ein erster Fall von Affenpocken festgestellt worden. Das Nationale Institut für Infektionskrankheiten (INMI) teilte am Donnerstag mit, dass ein junger Mann nach einer Reise auf die Kanarischen Inseln positiv getestet worden sei. Er habe sich in einem Krankenhaus in Rom gemeldet und sei danach umgehend isoliert worden. Er befinde sich in einem guten Zustand, hieß es. Bei zwei weiteren Personen bestehe ebenfalls ein Verdacht - sie seien ebenso in Quarantäne.

Zuvor hatte bereits der Assessor für Gesundheit der Region Latium, Alessio D'Amato, bei Facebook mitgeteilt, dass er Gesundheitsminister Roberto Speranza über den Befund informiert habe. Das oberste Gesundheitsinstitut der Regierung (ISS) teilte unterdessen mit, dass eine Taskforce aus Experten gebildet und Überwachungsorgane der Zentren für sexuell übertragbare Krankheiten kontaktiert wurden.

Auch Schweden meldet Fall

In Schweden ist am Donnerstag der erste Fall einer Infektion mit der Virus-Erkrankung Affenpocken bestätigt worden. Wie die schwedische Gesundheitsbehörde mitteilte, ist eine Person im Großraum Stockholm infiziert. In Italien ist ebenso eine erste Infektion mit Affenpocken festgestellt worden. Der Assessor für Gesundheit der Region Latium, Alessio D'Amato, bestätigte das am Donnerstag. In Großbritannien waren am Donnerstag zwei weitere Fälle von Affenpocken erfasst worden. Damit sind dort seit Anfang Mai neun bestätigte Fälle aufgetreten.

Sexualkontakte als Übertragungsweg

Bei der Mehrheit der bisher bekanntgewordenen Fälle sind Männer betroffen, die Sexualkontakte zu anderen Männern hatten. Für Deutschland war zunächst kein Fall erfasst. „Dem RKI wurde bislang nie ein Fall von Affenpocken in Deutschland bekannt“, hieß es am Donnerstagmorgen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur vom RKI.

„Die jetzt außerhalb Afrikas auftretenden Fälle sind schon ungewöhnlich und müssen genau untersucht und eine etwaige weitere Verbreitung genau beobachtet werden“, hieß es am Donnerstag vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI). „In der Vergangenheit waren die Affenpocken-Ausbrüche begrenzt in der Ausbreitung“, sagte der Virologe Stephan Becker von der Uni Marburg. Infektionsketten zwischen Menschen seien ungewöhnlich und müssten eng überwacht werden.

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