Einführung des E-Rezepts

Lauterbach und Leyck Dieken: Zwei Modellregionen, eine Stimme

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Berlin -

Das E-Rezept kommt – schrittweise ab 1. September. Aber warum zuerst in Bayern? Warum Schleswig-Holstein? Bundesgesundheitsministerium (BMG) und Gematik liefern Antworten, die zwar wenig Aufschluss bringen, aber trotzdem vielsagend sind.

„Die Gesellschafterversammlung der Gematik hat bisher keinen Beschluss zur Einführung des E-Rezepts gefasst“, teilt das BMG auf Nachfrage mit. „Aktuell in der Debatte ist u.a. ein regional stufenweises Einführungskonzept. Die Gesellschafter beraten über diese und weitere Fragen. Sobald es hierzu einen verbindlichen Beschluss gibt, werden wir in entsprechender Weise transparent informieren.“

Nachfrage bei der Gematik: „Da die Gesellschafterversammlung der Gematik bisher keinen Beschluss zur Einführung des E-Rezepts gefasst hat, bitten wir um Verständnis, dass wir uns zu möglichen Szenarien zum aktuellen Zeitpunkt nicht äußern können. Aktuell in der Debatte ist u.a. ein regional stufenweises Einführungskonzept. Die Gesellschafter beraten über diese und weitere Fragen. Sobald es hierzu einen verbindlichen Beschluss gibt, werden wir in entsprechender Weise transparent informieren.“

Nun mag die enge Abstimmung zwischen Gematik und BMG aus kommunikativer Sicht sinnvoll sein. Wenn aber gleichzeitig die betroffenen Ärzteverbände abermals auf die Barrikaden gehen, so bleibt nur ein Schluss: Wie schon Jens Spahn (CDU) setzt sich das BMG auch unter Karl Lauterbach als Mehrheitsgesellschafter über die Leistungserbringer hinweg. Erst gestern hatte das Ministerium gegenüber den an der Gematik beteiligten Verbänden angekündigt, dass es den Fahrplan durchziehen wird. Von wegen Debatte und Beratung...

Dabei hatte Gematik-Chef Dr. Markus Leyck Dieken noch Ende März auf der Digitalkonferenz VISION.A erklärt, dass man – anders als früher – jetzt nicht mehr ausschließlich mit technischem Sachverstand arbeite, sondern unter enger Einbindung derjenigen, die später mit den Anwendungen zurecht kommen müssten. Freilich, wenn sich die Ärzte partout sperren, muss auch der Minister sehen, wie das von ihm eigentlich wenig geliebte Projekt E-Rezept trotzdem vorangetrieben werden kann.

„Lauterbach is in love with Gematik“ – diese Aussage von Leyck Dieken ist gerade wieder in einem anderen Kontext zu sehen.

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