Noch keine Infos zu Alternativverfahren

Gematik-App: Kassen stoppen NFC-Bestellfunktion

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Berlin -

Die Gematik-App soll die Standardanwendung für das E-Rezept werden. Nur kann bisher kaum jemand ihren vollen Funktionsumfang nutzen, weil dafür nicht nur eine NFC-fähige elektronische Gesundheitskarte (eGK) notwendig ist, sondern die Funktion auch mittels einer PIN der Krankenkasse ziemlich umständlich freigeschaltet werden muss. Das haben bisher nur einige tausend Versicherte getan, weswegen die Gematik eine Funktion in ihre E-Rezept-App integriert hat, die die Bestellung der PIN erleichtern sollte. Doch ausgerechnet die Kassen selbst haben das nun gestoppt.

Die Gematik-App kann mehr, als nur E-Rezepte zu empfangen und versenden. „Diese App hilft Ihnen dabei, eine neue elektronische Gesundheitskarte zu beantragen. Es entstehen Ihnen hierbei keine Kosten“, erklärt sie in der dazugehörigen Funktion. Die Versicherten können dort ihre Krankenkasse wählen, ihre Versichertennummer angeben und dann eine. automatisierte Mail an ihre Kasse schicken.

Doch nach dem nächsten Update der App soll damit Schluss sein. In der Gesellschafterversammlung der Gematik am Mittwoch hat der GKV-Spitzenverband erwirkt, dass die Funktion abgeschaltet wird. Warum genau, dazu äußert er sich auf Anfrage nicht. Allerdings: „Es wurde vereinbart, dass gemeinsam mit dem GKV-Spitzenverband und den Krankenkassen beraten wird, wie die Bestellung einer NFC-eGK von der eRezept-App unterstützt werden kann“, so ein Sprecher. „Bis dahin soll die Funktion aus der App entfernt werden.“

Klar ist, dass der Zugang zum vollen Funktionsumfang der App erleichtert werden muss. Denn das Verfahren ist bisher umständlich: Nicht nur benötigen Versicherte eine NFC-fähige eGK – erkennbar an dem sechsstelligen Code unter den Deutschlandfarben – sondern sie müssen auch eine PIN bei ihrer Kasse beantragen und dazu bei vielen von ihnen, beispielsweise den AOKen, vor Ort mittels ihres Personalausweises identifizieren, um die Zusendung der PIN zu beantragen. Dazu müssen sie in die lokalen Geschäftsstellen ihrer Krankenversicherungen gehen – die in den vergangenen Monaten aufgrund der Coronapandemie größtenteils geschlossen waren.

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