Sars-CoV-2-Übertragung: Was Abstand und Maske wirklich bringen | APOTHEKE ADHOC
18 Ausbrüche genauer untersucht

Sars-CoV-2-Übertragung: Was Abstand und Maske wirklich bringen

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Berlin -

Mit Blick auf die steigenden Erkrankungszahlen und den bevorstehenden Herbst wird die Diskussion um das Festlegen von Schutzmaßnahmen in Bezug auf Sars-CoV-2 lauter. Verschiedene Untersuchungen liefern Daten zur Übertragung: Die UK Health Security Agency (UKHSA) hat sich 18 Covid-Ausbrüche genauer angeschaut – demnach reicht ausschließliches Abstandhalten nicht aus, um sich vor einer Ansteckung zu schützen.

Maskenpflicht, Zugangsbeschränkungen und Abstandhalten – verschiedene Schutzmaßnahmen gehören seit Beginn der Pandemie zum Alltag. Wie der bevorstehende Herbst aussehen soll, wird aktuell diskutiert. Denn schon jetzt steigen die Erkrankungszahlen von Covid-19 massiv an. Das sorgt bei Expert:innen für große Sorgen.

In Großbritannien hat sich daher ein Team der UKHSA erneut mit der Übertragung von Sars-CoV-2 beschäftigt. Dabei wurde der Fokus auch auf die verschiedenen Schutzmaßnahmen und deren Bedeutung gelegt. Die Forscher:innen kamen zu dem Ergebnis, dass Sars-CoV-2 in geschlossenen Räumen über größere Distanzen übertragen werden kann. Ohne Maske, mit schlechter Belüftung und durch erhöhte Aerosol-Freisetzung durch Sprechen oder Singen steige das Risiko weiter an. Die Ergebnisse wurden im „BMJ“ vorgestellt.

Restaurants, Busse & Co.

Untersucht wurden unter anderem zwei Ausbrüche in Restaurants in China: Es zeigte sich, dass das Virus eine Distanz von bis zu sechs Metern überwunden hatte. Die beiden Kontaktpersonen hatten sich nur fünf beziehungsweise 21 Minuten im gleichen Raum aufgehalten – eine Maske wurde dabei nicht getragen. Die Wissenschaftler:innen gehen davon aus, dass dies ein wesentlicher Faktor für die Ansteckung war.

Denn auch in Bussen ist es ohne Mund-Nasen-Bedeckung deutlich häufiger zu Ansteckungen gekommen, wie verschiedene Untersuchungen zeigen. Ein Vergleich von zwei Reisebussen macht die Schutzwirkung deutlich: Im Reisebus mit Maske hatten sich nur neun Menschen bei einer Index-Person infiziert, in einem anderen Bus kam es ohne Maske zu 23 Infektionen. Die Wissenschaftler:innen ermittelten damals ein 42-fach erhöhtes Risiko für die Mitfahrer:innen, wenn keine Maske getragen wird.

Dass vor allem auch die Distanz eine Rolle spielt, zeigen dem UKHSA zufolge Untersuchungen aus Fabriken, Büros oder Fitnessstudios. So war es in Deutschland beispielsweise beim Schlachtbetrieb Tönnies zu einem massiven Ausbruch gekommen: Innerhalb einer Schicht hatten sich 31 von 140 Mitarbeiter:innen infiziert – die Arbeitsplätze lagen teilweise bis zu zwölf Meter vom Index-Fall entfernt.

Büros nur mit Maske?

Durch die fallenden Homeoffice-Regelungen rücken vor allem auch Büros wieder als Infektionsquelle in den Fokus. Eine Untersuchung aus Italien hat gezeigt, dass ich in einem Büro fünf von sechs Mitarbeiter:innen infiziert hatten – trotz Distanz, Plexiglasscheiben und Handhygiene. Die Forscher:innen sehen auch hier die fehlende Maske als Hauptursache: Denn diese durfte am Schreibtisch abgenommen werden.

Reden und Singen wurde im vergangenen Winter eine große Rolle bei der Übertragung zugeschrieben, weil dabei besonders viele Aerosole übertragen werden. Untersuchungen in Chören untermauerten dies: So wurden die Viren beispielsweise in einem Gottesdienst in Sydney über 15 Meter weit verbreitet.

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