Praxen wollen AstraZeneca unter 60 vermeiden

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Berlin -

Deutschlands Kassenärzte wollen möglichst vermeiden, Menschen unter 60 Jahren mit dem Impfstoff von AstraZeneca zu impfen. Der Impfstart in Hausarztpraxen im April durch den teilweisen AstraZeneca-Impfstopp sei jedoch nicht gefährdet.

„Der Zeitbedarf für eine Beratung und intensive Aufklärung jüngerer Patienten steht einer schnellen Impfkampagne diametral entgegen“, sagte der Vizechef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Stephan Hofmeister, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Wir wollen schnell und zügig impfen.“ Daher empfehle die Bundesvereinigung, AstraZeneca nur Menschen über 60 zu spritzen.

Für den Fall, dass ein Arzt doch mit AstraZeneca impfen wolle, sagte der KBV-Vize: „Die Bringschuld der Praxis ist höher, weil in einem möglichen Prozess detailliert dargelegt werden muss, dass alle Aufklärungs- und Beratungspflichten erfüllt wurden.“ Der Chef des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, sagte dem RND: „Ich würde den Kolleginnen und Kollegen raten, mit den Impfungen von unter 60-Jährigen mit diesem Impfstoff zunächst abzuwarten, bis der Sachverhalt klarer und detaillierter vorliegt.“

Bund und Länder haben auf Empfehlung der Ständigen Impfkommission beschlossen, AstraZeneca in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahre einzusetzen. Jüngere sollen sich „nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung“ weiterhin damit impfen lassen können. Hintergrund sind Fälle von Blutgerinnseln in Hirnvenen.

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