Niederlande setzen Impfungen mit AstraZeneca aus

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Berlin - Die Niederlande haben die Impfung mit dem Präparat des Herstellers AstraZeneca vorläufig eingestellt. Zunächst hatte das Gesundheitsministerium am Freitagabend beschlossen, Personen im Alter unter 60 Jahren nicht mehr mit dem Präparat von AstraZeneca zu impfen. Auslöser waren Fälle von schweren Nebenwirkungen bei Frauen. Am Samstag entschieden die Gesundheitsämter nach Beratung mit dem Ministerium, alle AstraZeneca-Impfungen auszusetzen, um Verschwendung vorzubeugen. 

Noch rund 700 Personen in der Altersgruppe über 60 sollten in den nächsten Tagen mit AstraZeneca geimpft werden. Da nicht garantiert werden konnte, dass bei wenigen Personen pro Impfzentrum tatsächlich der gesamte Impfstoff aus einer Ampulle auch genutzt werden konnte, hat man diese Termine vorläufig abgesagt. Der Impfstopp soll vorläufig bis zum 7. April gelten.

Grund für den vorläufigen Impfstopp sind fünf Thrombose-Meldungen bei Frauen im Alter von 25 bis 65 Jahre nach Impfung. Eine Person war gestorben. Es wird nach Angaben der Behörden noch untersucht, ob es einen Zusammenhang mit der Impfung gibt. Bisher wurden in den Niederlanden rund 400.000 Personen mit dem Präparat von AstraZeneca geimpft.

In Deutschland sollen nur noch Menschen über 60 Jahren uneingeschränkt den Corona-Impfstoff von AstraZeneca bekommen. Jüngere können sich jedoch weiterhin nach Klärung mit dem Arzt auf eigenes Risiko mit dem Vektorviren-Impfstoff impfen lassen. Grund für die Einschränkung sind Hirnvenenthrombosen, die zuletzt im zeitlichen Zusammenhang mit Impfungen aufgetreten waren, vorwiegend bei Frauen unter 55. Bis Anfang der Woche waren 31 Verdachtsfälle von Hirnvenenthrombosen nach einer AstraZeneca-Impfung in Deutschland gemeldet worden. Auch in Frankreich sind Hirnvenenthrombosen aufgetreten. Seit Beginn der Impfung sind in Frankreich zwölf Thrombosefälle, darunter vier Todesfälle, aufgetreten. Bei den gemeldeten Fällen traten die Thrombosen meist im Hirn innerhalb von neun Tagen nach der Impfung auf. Betroffen sind hauptsächlich Frauen. In neun Fällen waren die geimpften Personen jünger als 55 Jahre, in drei Fällen älter.

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