FDP lobt Freigabe, Länder lehnen ab

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Berlin - Während Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Bayern den Impfstoff von AstraZeneca freigegeben haben, halten Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Thüringen und Brandenburg an der Priorisierung fest.

Zustimmung für den Vorstoß in den vier Ländern kommt von der FDP. „Die Aufhebung der Impfpriorisierung für den Impfstoff von AstraZeneca ist der richtige Schritt. Es darf kein Impfstoff liegen bleiben“, so die gesundheitspolitische Sprecherin Christine Aschenberg-Dugnus. „Wer sich freiwillig mit AstraZeneca impfen lassen möchte, dem sollte dies bundesweit möglich sein. Denn jeder Geimpfte leistet einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung des Virus.“

Der Impfstoff habe eine ordentliche EU-Zulassung und sei sicher und wirksam. „Unsere niedergelassenen Ärzte kennen ihre Patienten am besten und können wertvolle Aufklärungsarbeit leisten sowie mögliche Vorurteile abbauen. Bund und Länder müssen nun bei ihrem Treffen am Montag sicherstellen, dass der Impfstoff in ganz Deutschland ohne Priorisierung verimpft werden kann. Damit zünden wir den Impfturbo. Die zu erwartenden Liefermengen in den nächsten Wochen lassen das zu.“

Doch in anderen Ländern sieht man das anders: Nordrhein-Westfalen will vorerst an der Impfreihenfolge für AstraZeneca festhalten. Noch gebe es im Land viele Menschen über 60 Jahren, die das Impfangebot gerne annähmen, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag dem WDR. „Wenn AstraZeneca nicht mehr gewünscht wird, werden wir solche Überlegungen machen.“

Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums sagte der Rheinischen Post, wenn in den Impfzentren Dosen übrig blieben, sollten diese „niedrigschwellig“ weitergegeben werden. „Sofern kleinere Mengen an Impfstoff am Ende einer Impfaktion übrig bleiben, sind die Impf-Teams angehalten, diese niedrigschwellig für Personen mit höchster Impfpriorität zu verwenden, entsprechend der in der Impfverordnung festgelegten Anspruchsberechtigten“, erläuterte sie.

Allerdings hat der Hausärzteverband NRW die Aufhebung der Impfreihenfolge bei AstraZeneca gefordert. „Jede Dosis muss schnell verimpft werden. Wenn wir jetzt Strecke machen wollen, müssen wir die Priorisierung aufheben – NRW sollte hier dem Beispiel anderer Länder folgen“, sagte der Vorsitzende Oliver Funken der Rheinischen Post.

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