Falsch-negativ

Delta und die Schnelltests

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Berlin -

Hat die Delta-Variante Auswirkungen auf die Genauigkeit von Antigen-Schnelltests? Und führen die Tests häufiger zu falsch-negativen Ergebnissen, da immer mehr asymptomatische Personen getestet werden? Diese Fragen werden in der Apotheke immer häufiger von Kund:innen gestellt, die sich testen lassen wollen.

Die Delta-Variante führt in einigen Nachbarländern aktuell zu hohen Corona-Fallzahlen. Das BMG ruft weiterhin dazu auf, sich regelmäßig testen zu lassen. Immer häufiger werden Zweifel an der Zuverlässigkeit der Schnelltests geäußert, vor allem wenn es um den Nachweis der Delta-Variante geht. Der Hersteller Nal von Minden kann zumindest für die eigenen Schnelltests Entwarnung geben: „Unser Schnelltest erkennt zuverlässig die Delta-Variante“, heißt es seitens des Unternehmens.

Tobias Roth, Biochemiker bei Nal von Minden erklärt: „Wir haben uns Virusproteine der mutierten Delta-Variante schicken lassen und dann verschiedene Testreihen mit unserem Schnelltest durchgeführt. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Delta-Variante wird detektiert.“ Der Hersteller hat die In-vitro-Diagnostika mit verschiedenen Verdünnungsreihen des Nukleokapsid-Proteins (N-Protein) der Delta-Variante überprüft. „Unser Schnelltest nutzt das sogenannte Nucleocapsid-Protein als Analyt, um eine Infektion mit dem Coronavirus nachzuweisen. Dieses N-Protein ist auch in der mutierten Delta-Variante enthalten. Es umgibt als stabile Hülle die Erbanlage (RNA) im Inneren des Coronavirus“, erläutert Roth.

Es kommt auf die Viruslast an

Entscheidend für den Antigentest sei vor allem die Konzentration von viralen Nukleoprotein-Antigenen in der Probe und damit verbunden die Viruslast des Patienten, erklärt der In-vitro-Diagnostika Hersteller Nal von Minden. „Untersuchungen zu Folge können asymptomatische Krankheitsverläufe mit einer ähnlich hohen Viruslast einhergehen wie bei symptomatischen Personen. Andere Studien weisen hingegen auf eine deutlich niedrigere Viruslast in asymptomatischen Patienten hin. Es ist also möglich, dass ein asymptomatischer Patient eine geringere Viruslast hat und somit schwieriger mit einem Antigentest ausfindig zu machen ist“, bestätigt Nal von Minden. Gleichzeit hänge die Infektiosität eines Patienten auch von der Viruslast ab. Man kann also davon ausgehen, dass hoch-infektiöse Patienten von den Antigentests erkannt werden, unabhängig von den Symptomen.

Die Art der Mutation weist der Antigen-Schnelltest nicht nach. Jeder positive PoC-Test muss mit einem PCR-Test nachgeprüft werden. Beim PCR-Verfahren kann dann auch die vorliegende Variante ermittelt werden. Das ist wichtig, um die epidemiologische Entwicklung genauer beobachten zu können. In der aktuellen Analyse von Gesamtgenomsequenzierungen vom Robert Koch-Institut (RKI) zeigt sich, dass die Delta-Variante die vorherrschende Mutation ist. In 74 Prozent der Proben fand sich die Variante B.1.617.2. Die Entwicklung der vorherrschenden Variante ist schnell und dynamisch – dominierte in der KW 22 mit 84 Prozent noch die Alpha-Variante, so fiel der Anteil in der KW 26 auf 22 Prozent. Der Anteil der Delta-Variante stieg im gleichen Zeitraum von 8 Prozent auf 74 Prozent an. Der letzte Bericht zu Virusvarianten von Sars-CoV-2 wurde am 14. Juli vom RKI veröffentlicht.

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