WHO empfiehlt Vakzin

Covaxin: Wirksamer Totimpfstoff aus Indien

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Berlin -

Viele Menschen warten auf die Totimpfstoffe gegen Sars-CoV-2. Der indische Hersteller Bharat Biotech konnte mit seinem Kandidaten Covaxin nun überzeugen: Die Phase-III-Studie liefert gute Ergebnisse und untermauert Wirksamkeit und Sicherheit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Vakzin nun auf die Liste der empfohlenen Impfstoffe gegen Sars-CoV-2 gesetzt.

Der Sars-CoV-2-Impfstoff von Bharad Biotech wurde gemeinsam mit der University of Wisconsin-Madinson entwickelt. Es handelt sich bei dem Kandidaten um einen klassischen Totimpfstoff, basierend auf der damals dominierenden Virusvariante mit der Mutation D614G. Die Viren wurden zunächst mithilfe von Zellkulturen vermehrt und dann mit Beta-Propiolacton inaktiviert.

Covaxin unter der Lupe

Im Vergleich zu mRNA-Impfstoffen und Vektor-Impfstoffen wird dem Immunsystem bei Totimpfstoffen eine Reihe verschiedener Virusantigene präsentiert und nicht nur das Spikeprotein. Die abgetöteten Bestandteile reichen jedoch oft nicht für eine Immunreaktion aus, daher werden viele Totimpfstoffe mit Adjuvantien optimiert. Covaxin enthält Imidazoquinolin, welches an Alaun gebunden ist. Dadurch soll die Wirkung des Impfstoffes verstärkt werden.

Die Phase-III-Studie startete vor rund einem Jahr im November 2020, nachdem sich das Vakzin als sicher und immunogen in Phase-II zeigte. Im Rahmen der Untersuchung erhielten in Indien bis Mai 2021 mehr als 24.400 Erwachsene den Totimpfstoff in zwei Dosen im Abstand von vier Wochen oder Placebo. Rund ein Fünftel der Teilnehmer:innen wies Risikofaktoren für einen schweren Verlauf auf. 30 Prozent der Teilnehmer:innen hatten zum Zeitpunkt der Impfung bereits eine Infektion mit Sars-CoV-2 durchgestanden und waren seropositiv. Ihre Daten wurden daher nur für die Sicherheitsuntersuchungen einbezogen, jedoch nicht zur Bestimmung der Impfstoff-Wirksamkeit.

Wirksamkeit & Nebenwirkungen

Das Team ermittelt für den Wirkstoff eine Gesamtwirksamkeit von 77,8 Prozent. Auf einen schweren Verlauf in der Verum-Gruppe kamen 15 schwere Verläufe in der Placebogruppe. Die Impfstoffwirksamkeit betrug hier 93,4 Prozent, allerdings mit einem weiten 95-Prozent-Konfidenzintervall. In Bezug auf die Wirksamkeit gegen die Delta-Variante herrscht noch Unsicherheit: Die Virusvariante wurde bei 50 Teilnehmer:innen nachgewiesen – darunter 13 aus der Verumgruppe und 37 aus der Placebogruppe. Die Impfwirksamkeit würde damit 65,2 Prozent betragen, ist allerdings aufgrund der wenigen Daten nicht besonders aussagekräftig. Als häufigste Nebenwirkungen wurden Schmerzen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen, Fieber und Müdigkeit beschrieben. Schwerwiegende und lebensbedrohliche Sicherheitsprobleme sind nicht aufgetreten.

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