Pille danach

Frauenärzte: Apotheker müssen falsch beraten

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ADHOC: Warum sollten Apotheker keine Zyklusberechnung vornehmen?
ALBRING: Es gibt wenige Zeiten im Zyklus, zu denen man einen Eisprung von vornherein ganz sicher ausschließen könnte – weder kurz nach der Menstruation noch nach drei Wochen. Nur bei Frauen, die einen sehr regelmäßigen Zyklus, aktuell keine Reisen hinter sich, und keine großen Unregelmäßigkeiten in ihrem Tagesablauf haben, kann man einigermaßen zuverlässige Zyklusberechnungen machen.

ADHOC: Welche Rolle spielt der inzwischen bessere Bekanntheitsgrad der „Pille danach“ beim Anstieg der Abgaben?
ALBRING: Sicherlich spielt das eine Rolle. Man wird sehen, ob sich Frauen im ersten Quartal bevorratet haben, so dass vielleicht die Verkaufszahlen in Zukunft sogar wieder zurückgehen. Es ist aber auch wünschenswert, dass eine Frau nach ungeschützten Sex zu dieser Lösung greift, statt abzuwarten und einen Schwangerschaftsabbruch zu riskieren.

ADHOC: Wenn Frauen nachts keinen Gynäkologen erreichen, sind sie bei einem anderen Arzt oder in der Apotheke besser aufgehoben?
ALBRING: Diese Frage stellt sich heute nicht mehr. Die Politik hat sich für die Rezeptfreiheit entschieden. Ärzte sind geschult, Indikation und Diagnose zu erstellen. Apotheker beraten zu Nebenwirkungen und Kontraindikationen von Medikamenten. Frauenärzte hätten jedoch das Dispensierrecht für Frauenärzte und Ärzte im Notdienst für die Pille danach vorgezogen, weil die Frau die kompetentere Beratung zusammen mit der Pille danach in optimalen Räumen erhalten hätte.

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