Apo-Ident/Wepa

Spektroskopische Konkurrenten

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Berlin -

Hiperscan und Wepa gehen getrennte Wege: Das System Apo-Ident für die Nahinfrarot-Spektroskopie (NIR) wird ab sofort nicht mehr Wepa vertrieben, sondern nur noch von dem eigenen Außendienst von Hiperscan. Offiziell geht es um die Beratung zu dem Gerät. Dass Wepa jetzt einen eigenes NIR-System vertreibt, dürfte aber auch eine Rolle spielen.

Die spektroskopische Analyse von Rezeptursubstanzen ist nichts für Laien: Zwar ist Apo-Ident laut Hersteller nicht schwer zu bedienen, eine Schulung des Apothekenteams sei aber dennoch notwendig. „Als Hersteller möchte die Hiperscan GmbH ihre Kunden optimal beraten und schulen, damit die Qualität des Analysesystems Apo-Ident gewahrt bleibt und der richtige Gebrauch gewährleistet wird“, teilt der Hersteller mit. Gerade die Schulung sei den Behörden in zunehmendem Maße wichtig.

Seit einigen Jahren hatte Wepa Apo-Ident im eigenen Technikkatalog geführt. Doch damit ist jetzt Schluss: In Zukunft werde Hiperscan ausschließlich direkt an seine Kunden herantreten, die Vertriebskooperation mit Wepa wurde aufgelöst. „Kompetenz ist für uns sehr wichtig. Wir wollen unseren Kunden die gesamte Expertise direkt durch unsere kompetenten Mitarbeiter im Außen- und Innendienst zur Verfügung stellen“, so Hiperscan-Chef Dr. Alexander Wolter. Der Geschäftsführer verspricht sich größere Kundennähe und einen intensiveren Kontakt zu den Apotheken.

Aktuell arbeiten fünf Mitarbeiter im Außendienst von Hiperscan, inklusive Geschäftsführung, Marketing und Telefonservice sind aber mehr als doppelt so viele mit der Beratung der Kunden betraut. Eine Aufstockung ist vorerst nicht geplant. Laut Wolter besitzen mehr als 700 Apotheken einen Apo-Ident, der zum Teil von mehreren Apotheken genutzt werde.

Es dürfte allerdings noch einen anderen Grund geben, warum Apo-Ident künftig nicht mehr über Wepa zu beziehen ist. Bei der Expopharm im September in München hatte Wepa ein eigenes Gerät vorgestellt: Apotec NIR. Die Referenzdatenbank umfasst laut Wepa rund 800 Stoffe. Dabei wird zwischen validierten und nicht validierten Stoffklassen unterschieden. Die Anzahl an validierten Stoffklassen liege aktuell bei rund 100.

Hergestellt wird das Apotec NIR System von der Firma Sentronic, die wie Hiperscan ihren Sitz in Dresden hat. Das Unternehmen hat das baugleiche Präparat unter der Bezeichnung Sentro ID APO im Handel. Sentronic wurde 1993 gegründet und bietet auch für die Pharmaindustrie Spektroskopie-Systeme an. Für die Fischzucht gibt es mit SentrOxy zudem ein System zur Kontrolle der Wasserqualität und Sauerstoffmessung.

Bei Hiperscan hatte man möglicherweise die Sorge, dass Apo-Ident vom Wepa-Außendienst künftig stiefmütterlich behandelt werden könnte, sobald der Vertrieb mit Apotec NIR richtig angelaufen ist. Deshalb sollen es jetzt die eigenen Leute richten.

Die Pharmazieräte hatten sich in den vergangenen beiden Jahren intensiv mit der Technologie beschäftigt. Zur vorgeschriebenen Identitätsprüfung von Ausgangsstoffen sei ein NIR-Gerät alleine nicht ausreichend, heißt es in einer Resolution aus dem vergangenen Herbst. Ergänzende Möglichkeiten zur Identitätsprüfung müssten in der Apotheke stets vorhanden sein.

Bei entsprechend nachweisbarer Validierung könne NIR aber eine geeignete Methode zur Identitätsprüfung bestimmter Ausgangssubstanzen in der Apotheke sein. Entscheidend sei die Qualität der vom Hersteller des Gerätes hinterlegten Datenbank. Chargenspezifische Unterschiede bei gleichen Ausgangssubstanzen müssten, wenn vorhanden, berücksichtigt werden, so die Arbeitsgemeinschaft der Pharmazieräte Deutschlands (APD).

Die aufgezeichneten Kurven werden bei der NIR mit denen aus einer Referenzdatenbank abgeglichen. Das statistische Verfahren, mit dem die Identität letztlich nachgewiesen wird, heißt Chemometrie. Hiperscan hatte eine ganze Reihe von Substanzen gestrichen, nachdem die Pharmazieräte sich im Herbst 2013 zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigt hatten.

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