Eine Woche nach Bestellung traf das dringend benötigte Krebsmedikament Odomzo (Sonidegib) doch noch in der Linden-Apotheke Lensahn ein. Inhaberin Katharina Geßner konnte schlussendlich ihre Patientin versorgen, die allerdings ihre Therapie wegen der Verspätung einen Tag lang aussetzen musste.
Am vergangenen Freitag hatte die Patientin ihr Rezept in der Apotheke eingelöst, die das Medikament noch am selben Tag beim Hersteller Sun Pharmaceuticals bestellte. Doch wegen einer Systemumstellung blieb der Auftrag bis Mittwoch unbearbeitet, mehrfach hatte Geßner nachgefragt.
Am Mittwochabend nahm die Patientin die letzte noch vorhandene Kapsel ein; sie stand nun ohne das dringend benötigte Medikament da. Doch auch am Donnerstag kam keine Ware; stattdessen erklärte der Kundenservice der Apothekerin, dass die Daten wegen der Systemumstellung noch nicht einmal erfasst seien.
Wütend schrieb Geßner eine Nachricht an die Geschäftsleitung. Es gehe hier nicht mit Bonbons, sondern um ein dringend benötigtes Krebsmedikament, auf dessen rechtzeitige Verfügbarkeit ein Patient angewiesen sei.
Heute morgen kam die Packung schließlich per Express in der Apotheke an. Parallel hatte der Großhändler Max Jenne bereits Kontakt zur Apotheke aufgenommen, nachdem danks des Artikel die Geschichte bekannt geworden war. Nun konnte er doch noch die Lieferung des Medikaments anbieten, das eigentlich kontingentiert wird und für Geßner zunächst nur direkt zu bekommen war.
Die Inhaberin ärgert sich über den Hersteller. Einerseits sehe sie sich in der Pflicht, ihre Patientinnen und Patienten zu versorgen. Darüber hinaus gebe es aber auch noch ein unternehmerisches Risiko. Denn wenn die Patientin ihr Rezept zwischenzeitlich in einer anderen Apotheke eingelöst hätte, wäre sie auf den Kosten von 5500 Euro sitzen geblieben.