Apothekenmarketing

Lokal und digital im Kampf gegen DocMorris Torsten Bless, 16.10.2018 09:30 Uhr

Berlin - Um im Kampf gegen Versandriesen wie DocMorris dauerhaft zu bestehen, müsse sich der Vor-Ort-Apotheker stetig weiterentwickeln, sagt Bodo Schmitz-Urban. Der Chef der beiden Falken-Apotheken in Wuppertal schneidert seinen Kollegen individuelle Marketingkonzepte auf den Leib, die die lokalen Stärken hervorheben sollen.

„Der Versandhandel ist auf dem Vormarsch, im Zuge der allgemeinen Digitalisierung hat er ein gewisses Wachstumspotenzial“, sagt Schmitz-Urban. Vor einiger Zeit habe DocMorris mit dem Slogan „Und, wie geht‘s uns morgen?“ geworben. „Doch warum überhaupt bis morgen warten, fiel mir dazu ein. Wenn es mir heute schlecht geht, will ich es auch heute behandelt haben.“

Da gelte es, die unschlagbaren Vorteile der Vor-Ort-Apotheken immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, die schnellere Lieferfähigkeit, der Notdienst und die individuelle Betreuung. „Denn in Gesundheitsfragen vertrauen viele Menschen heute noch auf den persönlichen Kontakt.“ Wenn der stationäre Handel seine Alleinstellungsmerkmale, seine „Unique Selling Points“ (USP), nicht immer wieder betone, ziehe er kommunikativ den Kürzeren.

Zusätzlich dazu dürften sich die Kollegen der Digitalisierung nicht versperren. „Wenn die Apotheke auf einen Multichannel-Vertrieb, einen Verkauf über mehrere Kanäle setzt, klingen die Vorteile von DocMorris plötzlich nicht mehr so hip“, findet Schmitz-Urban. Dazu müsse der Besitzer ehrlich zu sich selbst sein. „Er sollte sich überlegen, was der Kunde braucht und was man wirklich leisten kann. Wenn man behauptet, schneller als Amazon zu sein und das nicht immer einhalten kann, dann ist das nicht hilfreich.“ Darüber hinaus gebe es noch viel Potenzial zu erschließen, zum Beispiel in der Kundenberatung. „Denkbar wären hier Videochats, um digital nah am Kunden zu sein.“

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