Lieber Spielverderber als Schubladenzieher

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Berlin -

Notdienst, Samstagsarbeit und meckernde Kunden: Darauf hatte Apotheker Dr. Stephan Abels* keine Lust. Also zog es ihn nach Studium und Promotion in die Industrie. Neue Strukturen zwangen ihn jedoch zum Jobwechsel. Vor knapp drei Jahren wechselte er als Filialleiter in die Apotheke. Er kennt beide Arbeitsplätze, tendiert aber zur Industrie. „In der Apotheke hat man das Gefühl, von allen Seiten gepiesackt zu werden.“

Abels wollte schon immer Apotheker werden: „Das war ein sehr lang gehegter Berufswunsch. Als Kind war ich von unserem Stammapotheker fasziniert und ich habe bei ihm Praktika absolviert.“ 2000 begann er das Pharmaziestudium. „Damals waren die Rahmenbedingungen für Apotheker noch deutlich lukrativer“, sagt er. Das habe sich mit der Einführung der Rabattverträge und weiteren bürokratischen Hürden jedoch geändert. „Der Beruf an sich ist toll, doch die Verwaltung ist die eigentliche Aufgabe des Apothekers.“

Deshalb wechselte er nach der Promotion zu einem Medizintechnikhersteller. Bei dem Unternehmen wurde ein Trainee-Programm angeboten. Abels war vier Jahre im regulatorischen Bereich tätig. Die Vorteile seien keine Notdienste oder Wochenendarbeit. Zudem sei das Gehalt deutlich höher. Allerdings sei er bei seinen eigenen Projekten oft abhängig von anderen gewesen. „Vieles zieht sich dadurch in die Länge, da man in größeren Teams mit mehreren Personen oder Abteilungen agieren muss.“

In der Industrie gebe es zwischen den Abteilungen viel „Kompetenzgerangel“. „Man braucht ein dickes Fell, um sich gegen diese unnötigen Grabenkämpfe zu wehren“, sagt Abel. Manche Kollegen müssten zeigen, dass auch ihre Abteilung etwas zu sagen habe. „Apotheker in der Qualitätssicherung gelten als Spielverderber.“ Innerhalb des eigenen Teams zögen alle an einem Strang. Apotheker benötigten ein gutes Selbstmanagement und müssten strukturiert arbeiten können.

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