Masken-Verteilaktion ab Dienstag

Klohäuschen, Wohnwagen, Garage: Apotheken wappnen sich für den Ansturm

, Uhr aktualisiert am 20.12.2020 09:16 Uhr

Ohnehin treibt viele Inhaber die Angst um, dass sie am Ende in den Verdacht geraten, sich an der Verteilung bereichert zu haben. Eine Apothekerin hat extra zwei Studenten angestellt, die die Listen pflegen sollen: „Ich lasse mir nicht nachsagen, dass ich nicht ausreichend ausgegeben habe.“ Die Personalkosten würden natürlich die Zahl an Masken reduzieren, die sie rausgeben könne. Der Extremfall: Eine Apotheke will sich der Aktion komplett verweigern. Die Inhaberin findet es aus epidemiologischer Sicht Unsinn, dass Risikopatienten jetzt in die Apotheken strömen sollen. Die Zahlung aus dem NNF will sie nicht annehmen.

Für solche Erwägungen hat Apotheker Robert Herold wiederum keinerlei Verständnis „Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Wir wollen keinen Versandhandel und keine Ketten, wenn wir dann aber so eine Aufgabe kriegen, schreien alle rum, dass es nicht zu schaffen sei“, sagt der Inhaber der Central-Apotheke im vogtländischen Falkenstein. „Diese Kommentare der letzten Tage, dass wir das nicht schaffen, sind allesamt Quatsch. Wir wollen doch regionale Versorger sein, dann müssen wir das auch hinkriegen.“ Natürlich sei es problematisch, dass organisatorisch und bei der Finanzierung noch Fragen offen sind. „Aber auch das halte ich als Apotheker aus. Wir haben 2000 bis 3000 Patienten bei uns, die in den Genuss kommen, kostenlose Masken zu erhalten, ich brauche also rund 10.000 Masken. Wenn mich das alles bis jetzt nicht in den wirtschaftlichen Ruin getrieben hat, dann wird es diese Verteilaktion jetzt auch nicht tun.“

Die Masken zu besorgen, sei ebenfalls kein großes Problem gewesen. „Wir haben hier kein landunter. Ich habe meinen Maskenhersteller gleich nebenan, eine mittelständische Firma, die zertifizierte Masken herstellt“, sagt er. Das habe gleich zwei positive Effekte: Erstens habe er seine Masken sofort erhalten und zweitens unterstütze er damit einen regionalen Anbieter. Und die Kunden? „Der Ansturm hat schon angefangen, aber das sind wir ja mittlerweile gewohnt. Nur weil sich die Leute Masken abholen, wird hier kein Chaos ausbrechen. Wenn etwas mehr Menschen kommen, dann warten die halt draußen. Die Vogtländer sind genügsam und halten sich an die Regeln.“

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