Impfzertifikate: Abrechnung per Strichliste

, Uhr
Berlin -

Die Nachfrage nach digitalen Impfzertifikaten in Apotheken ist groß. Seit mehr als drei Wochen stellen Mitarbeiter:innen die Nachweise für Kund:innen aus. Bei der Abrechnung gibt es mancherorts Zweifel an der Zählfunktion des DAV-Portals, weshalb eigene Strichlisten geführt werden. Diese Nachweise können laut Abda als rechnungsbegründend herangezogen werden.

Die Zahl der tatsächlich generierten QR-Codes stimmt nicht in allen Apotheken mit den Angaben im Apothekenportal des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) überein. In vielen Betrieben wird davon ausgegangen, dass die Daten des Portals maßgeblich für die Abrechnung sind. In Bayern etwa teilte der Apothekerverband seinen Mitgliedern am Freitag mit, dass das Bundesgesundheitsministerium (BMG) die Abrechnungsdatei nunmehr als rechnungsbegründende Unterlage ansehe: „Die Abrechnungsdatei aus dem Apothekenportal dient vor allem dem Nachweis der korrekten Abrechnung."

Die dort genannten Werte gelten laut Abda jedoch nur als Hilfe für die Apotheken, um die konkrete Anzahl an erzeugten Zertifikaten zu ermitteln. Bei Unstimmigkeiten könne auch die eigene Dokumentation herangezogen werden können: „Eine eigene Strichliste kann als rechnungsbegründende Unterlage herangezogen werden“, bestätigt ein Abda-Sprecher. Das Portal erzeuge zur Durchführung der Abrechnung eine „Abrechnungshilfe“.

Allerdings geht man in Berlin davon aus, dass die erzeugten Daten stimmen sollen: „Alle Erfassungsvorgänge werden durch die jeweilige Apotheke durchgeführt und systemseitig dokumentiert.“ Eine ungewollte Mehrfachausstellung zu einer Person sei nicht möglich.

In einer Apotheke in Süddeutschland weichen die Werte von der eigenen Liste mit der des DAV-Portals um rund 300 Zertifikate ab. Insgesamt wurden in dem Betrieb rund 2500 QR-Codes generiert. „Wir tragen jeden Abend die erstellten Zertifikate in eine Datei ein, weil wir nicht wollten, dass die Apotheken wieder zu Unrecht dafür kritisiert werden, dass die Vergütung zu hoch ausfällt“, sagt die Apothekerin. Sie erwartete bereits, dass es Unstimmigkeiten geben werde. Noch sei die Leistung nicht abgerechnet worden.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema
Geld für PharmDL parkt in Apotheken
20 Cent je Packung: Der unsichtbare Kredit »
Preisverhandlungen laufen
NNF kündigt Rechenzentren »
Mehr aus Ressort
Kappe ist pink statt lila
Biontech meldet Farbabweichungen »
Großeinsatz am Heidelberger Uni-Campus
Institut für Pharmazie: Gesperrt wegen Amoklauf »
„Kaufmännisch lohnt sich Impfung nicht mehr“
Hinhaltetaktik der Abda: Apothekerin stellt Covid-Impfungen wieder ein »
Weiteres
Potenzielle Basis für neue Antibiotika
Neue antibakterielle Molekülgruppe entdeckt»
Sensitivität und Nachweisdauer
PEI hat Antikörpertests getestet»
Auffälliger Mundschutz
Rx-Pillen in OP-Maske versteckt»
„Beim Mittagessen ging es nur um Apotheke“
Ein Loblied auf die Apotheke»
Suspension und Kapseln
Sildenafil in der Pädiatrie»
„Der Betriebsablauf darf nicht gestört werden“
Angestellte abwerben: Das ist nicht erlaubt»
Dosierung, bedenkliche Stoffe, Preis
Retaxgefahr Rezeptur»
Rechtliche und pharmazeutische Aspekte
Grauzone: Abgabe von mehreren OTC-Packungen»