Patienten suchen Hilfe in Apotheke

Impfpass.de: Ärzte drücken eigene Alternative in den Markt

, Uhr aktualisiert am 01.07.2021 15:42 Uhr
Berlin -

Die Apotheken müssen schon so achtsam genug sein, um digitale Impfzertifikate auszustellen. Darüber hinaus haben viele Apotheker:innen aber regelmäßig frisch geimpfte Kund:innen in der Offizin stehen, die wegen des QR-Codes kommen – allerdings nicht dem des offiziellen Impfzertifikats, sondern dem einer alternativen Impfpass-App. Die Ärzte dieser Plattform geben die Codes ihren Patienten nach der Impfung mit.

Impfpass-Apps gibt es viele, die meisten großen Krankenkassen bieten ihren Versicherten kostenlos welche, darunter AOK, Barmer oder auch die Techniker Krankenkasse. Die sind immer kostenlos – anders als das Angebot von „Impfpass.de“. Seit gut einer Woche hat die Berg-Apotheke, die eigentlich anders heißt, aber aus Rücksicht auf die Ärzte nicht genannt werden will, regelmäßig Kunden in der Offizin stehen – denn der kostenpflichtige Impfpass funktioniert anscheinend nicht einwandfrei bei Corona-Impfungen.

„Wir haben schon mehrmals QR-Codes vorgelegt bekommen, weil die Patienten die nicht mit dieser App einscannen können“, erklärt die Inhaberin. Und eine PTA, die den Fall schon mehrfach vor sich hatte, ergänzt: „Die Kunden kommen, weil sie zusätzlich zum gelben Impfpass in der Praxis immer diesen QWR-Code in die Hand gedrückt kriegen.“ Offenbar wollen die Ärzte in der Gegend dem alternativen digitalen Impfpass auf die Sprünge helfen.

Impfpass.de wird von der in Berlin ansässigen Gesellschaft zur Förderung der Impfmedizin mbH vertrieben und wurde von der Jenaer Zollsoft GmbH entwickelt. Die Unternehmen werben insbesondere in Richtung der Ärzte mit einer gut funktionierenden und umkomplizierten Einbindung der Software in die Praxisverwaltungssysteme. Vor allem im ostdeutschen Raum haben Ärzte den digitalen Impfpass bereits seit dem Frühjahr angeboten – er ist also älter als die Lösung, die über das DAV-Portal generiert wird. „Das ist eine Art Vorläufer des künftigen E-Impfpasses, der ja auf EU-Ebene als einheitlicher Standard entwickelt werden soll“, erklärte der Erfurter Hausarzt Dr. Volker Kieselstein Anfang Mai gegenüber dem MDR Thüringen Journal. Anders als die CovPass- oder die CoronaWarnApp kann Impfpass.de das gelbe Impfheft jedoch komplett ersetzen, da auch andere Impfungen darin gespeichert werden können.

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