Fälschung oder Einfalt? Erster Fake-Schein aufgetaucht

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Umso wichtiger sei es für alle Apotheken, möglichst allen Mitarbeitern schon vorab einmal einen Schein zu zeigen, sagt Schmitz-Urban und empfiehlt eine einfache Vorgehensweise, die jedem aus dem Handverkauf von der Prüfung von Geldscheinen bekannt sein sollte: einfach gegen das Licht halten. Das Wasserzeichen, das dann zu sehen sein sollte, besteht aus Waben, die abwechselnd die Buchstaben G und D sowie das Zeichen & enthalten. Wem das nicht reicht, der kann auch eine UV-Lampe bemühen: Hält man den Gutschein darunter, sollten ein Bundesadler und eine stilisierte FFP2-Maske leuchten. Vereinzelt berichten Apotheker allerdings auch davon, dass sie dieses Sicherheitsmerkmal nur zum Teil erkennen konnten. „Meines Erachtens nach reicht es aber, die Scheine gegen das Licht zu halten“, sagt Schmitz-Urban.

Eine Menge Aufwand, für ein paar Masken im niedrigen Euro-Bereich. Möglich, dass sich jemand einen schlanken Fuß gemacht hat und ein paar Masken mehr abgreifen wollte. Das Risiko wäre angesichts des Ertrags allerdings recht hoch, denn die von der Bundesdruckerei herausgegebenen Scheine sind offizielle Dokumente, versandt von Privaten und Gesetzlichen Krankenversicherungen. Damit würde es sich also um Dokumentenfälschung handeln. „Der Schaden hält sich in Grenzen, aber es sind trotzdem Dokumente der Bundesdruckerei“, sagt Schmitz-Urban. „Das ist, als ob ich einen Fünf-Euro-Schein fälsche. Da kann ich mich auch nicht darauf berufen, dass es nur fünf Euro sind.“

Genauso naheliegend wie eine vorsätzliche Fälschung wäre in Schmitz-Urbans Fall wohl eine Unbedarftheit des Kunden: Eventuell war er einfach schlecht informiert, hat den Gutschein im Internet gesehen und dachte sich, es reicht, ihn auszudrucken und abzugeben. Es wäre bei weitem nicht das erste Mal, dass Kunden so handeln. „Deshalb sollte man als Apotheker Aufklärungsarbeit leisten, sowohl untereinander als auch nach außen. Es geht zwar nur um ein paar Euro, aber es ist Dokumentenfälschung und da versteht der Staat kein Spaß.“ Er selbst sieht keine Möglichkeit mehr, jenen Kunden ausfindig zu machen. „Wir können das nur als Erfahrung nutzen und um andere zu sensibilisieren. Es ist aber auch kein großes Problem, die Masken haben wir jetzt als Kundengeschenke abgeschrieben. Das ist unser Lehrgeld.“

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