DocMorris-BMW rettet Apotheken-Aktion

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Berlin - Ausländische Versandapotheken setzen mit ihren Rabatten die berufsrechtlichen Ansprüche herunter, die an Apotheken hierzulande gestellt werden. So zumindest kann man ein Urteil des Landesberufsgericht für Heilberufe in Nordrhein-Westfalen lesen. Es hat ein Gewinnspiel der MAK-Apotheken für zulässig erklärt, bei dem die Kunden bis zu 1000 Euro gewinnen konnten. Der Apothekerkammer Nordrhein erschien das unangemessen, doch der verklagte Apotheker wehrte sich erfolgreich mit dem Verweis auf eine DocMorris-Aktion, bei der es sogar ein Auto zu gewinnen gab.

Die Apotheke hatte im Jahr 2016 in der Wochenzeitschrift „Super Sonntag“ einen vierseitigen Flyer mit einer Auflage von 22.500 Stück beigelegt, der unter anderem ein Gewinnspiel enthielt. „Jede Woche Ihre Chance auf bis zu 1000 Euro.“ Auf den Flyern waren jeweils vier Gewinncodes abgedruckt, die Kunden konnten so jede Woche Bargeld gewinnen: 1000 Euro, 750 Euro oder 500 Euro. Pro Woche durfte man einen Code in der Apotheke einlesen lassen.

Die Apothekerkammer Nordrhein eröffnete nach einer Anhörung ein berufsgerichtliches Verfahren. Sie monierte eine Verletzung der Berufsordnung. Nach dieser ist Werbung verboten, die einen Mehrverbrauch oder Fehlgebrauch von Arzneimitteln begünstigt. Die ausgelobten Hauptpreise von insgesamt 2250 Euro erschienen der Kammer als zu hoch. Der Vorstand erachtete eine Gewinnhöhe bis 500 Euro als zulässig.

Durch das Gewinnspiel werde ein Anreiz geschaffen, die Kunden zum Besuch der Apotheke zu animieren – im Extremfall viermal, um die eigene Gewinnchance zu erhöhen. Die Kammer störte sich an dem Eventcharakter und sah keinen Zusammenhang mit der apothekenrechtlichen Tätigkeit. Eine Apotheke dürfe Gewinnspiele veranstalten, sich aber nicht über einen Zeitraum von vier Wochen als Losbude präsentieren.

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