Bonpflicht: Protestaktion im Apothekenschaufenster

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Die Apotheke besitzt zwei Schaufenster. „Unser Teeschaufenster ist immer mit der Balkenwaage und den Gefäßen dekoriert. Teedrogen spielen bei uns in der Apotheke nach wie vor eine Rolle.“ Unten in der Ecke leuchtet abends in klassischen Lettern der Name des Stadtteils: Sendling. Die Kiezapotheke liegt in einem Wohngebiet, große Ärztehäuser sucht man vergebens. Die Apotheke hat sich auf Phytotherapie spezialisiert.

Die zweite Auslage wird vom Apothekenteam regelmäßig selbst gestaltet – die gesamte Belegschaft überlegt dann gemeinsam und setzt die kreativen Ideen dann auch um. „Vor der Übernahme hat da immer ein Dekorateur übernommen, nun machen wir das einfach selbst.“ Von Produktwerbung nimmt der Apotheker eher Abstand: „In unseren Schaufensterdekorationen sucht man Pappaufsteller der großen Firmen vergebens. Wir möchten zeigen, dass wir unabhängig sind.“ Maximal Produkte der „Underdogs“, wie Barekzai die kleineren Pharmaunternehmen nennt, werden ab und zu ausgestellt. Selten bewirbt er die Produkte der großen Firmen.

Barekzai hält die Bonpflicht in den Apotheken für sinnlos: „Wir sind doch gläsern, von der Warenannahme bis zur Abgabe der Medikamente.“ Sarkastisch lässt er durchblicken, dass er kein Gegner der Bonpflicht sei, immerhin gehe es ja um zehn Milliarden an Steuereinnahmen. „Wer den Staat bisher betrogen hat, der wird auch weiterhin Mittel und Wege finden, die Steuern zu hinterziehen.“ Für die Apotheke hält der Inhaber das neue Gesetz für nicht angebracht. Zuletzt ergänzt er noch: „Jedoch ist es schön zu sehen, dass nicht immer nur die eigene Standesvertretung Fehler macht, sondern auch der Bundestag.“

Vor drei Jahren übernahm er die Münchener Apotheke: „Die Vertragsunterzeichnung war mit 27“, berichtet Barekzai ein wenig stolz.

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