All-IP-Umstellung

Telekom legt Apotheke lahm Alexander Müller, 28.05.2016 09:48 Uhr

Berlin - Neben einer Dauerbaustelle vor der Offizin oder Grippewelle in der Belegschaft zählt der Technikausfall zu den besonders nervigen Heimsuchungen für Apotheken. Besonders ärgerlich, wenn sie wie im Fall von Apotheker Lutz Steinfurth komplett vermeidbar waren. Weil die Telekom es über fast zwei Wochen nicht geschafft habe, ihren Fehler wieder gut zumachen, will Steinfurth seinen Anbieter jetzt verklagen.

„Bei der Umstellung auf All-IP in meiner Apothekenfiliale in Hückelhoven ist so ziemlich alles schief gelaufen, was schief laufen kann“, schrieb Steinfurth Mitte der Woche an die Telekom. Da hatte er nach zwei Wochen immerhin wieder Internet und EC-Cash. Das Fax geht bis heute nicht.

Was war geschehen? Im Dezember wurde Steinfurth als „Großkunde“ von der Telekom angeschrieben. Es ging um die geplante Umstellung auf All-IP. Bis Ende 2018 will die Telekom alle ihre Netze umgestellt haben. Das bedeutet zum Beispiel das Aus für ISDN. Steinfurth sollte sich an seinen Ansprechpartner bei der Telekom wenden. Der versicherte auf Nachfrage, dass die Umstellung für Steinfurth keinerlei Auswirkungen habe.

Doch die Telekom-Zentrale schrieb im Februar erneut an den Apotheker, warnte vor einer Abschaltung. Steinfurths Ansprechpartner blieb dabei, er solle sich keine Sorgen machen. Der dritte Brief der Zentrale im April las sich schon wie eine letzte Mahnung. Steinfurth bestand darauf, dass sich ein Techniker die Anlage ansehen sollte. Mit dem vorhandenen Router würde es keine Probleme geben, sagte der Techniker am 9. Mai. Am 10. Mai war das Telefon tot, Internet und Fax ebenfalls – die Apotheke war lahmgelegt.

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