Ab 2020: Der digitale Kassenbon kommt

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Berlin - Ab Januar 2020 gilt die Kassenbonpflicht. Das Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen verpflichtet dann alle Einzelhändler mit Registrierkasse dazu, ihren Kunden für jeden Kauf einen Beleg auszuhändigen. Während alle Bereiche der Wirtschaft digitalisiert werden, setzt der Gesetzgeber also darauf, weiter milliardenfach Papierzettel in den Umlauf zu bringen. Doch es gibt bereits Ideen, aus der Pflicht Kapital zu schlagen: Das Bremer Softwarehaus A&G rollt demnächst ein Projekt aus, mit dem es den Kassenbon aufs Handy bringen will – mit Vorteilen nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Einzelhändler, wie das Unternehmen verspricht.

Ab nächstem Jahr gibt es an Millionen von Kassen einschneidende Veränderungen: Einerseits müssen die Händler ab dann verpflichtend einen Kassenbon abgeben. Andererseits darf das Thermopapier, auf dem die meisten Bons gedruckt sind, ab dann nicht mehr vermarktet werden. Das gilt nämlich unter anderem wegen des Inhaltsstoffs Bisphenol A als gesundheitsschädlich. „Die Händler müssen also so oder so umdenken“, erklärt eine A&G-Sprecherin die Situation. Außerdem sei es doch widersinnig, dass in Apotheken Kassenbons mit einer gesundheitsschädlichen Substanz abgegeben werden – die durch die Verwendung von Desinfektionsmitteln auch noch schneller aufgenommen werden. „Ich gehe doch in die Apotheke, um gesund zu werden – und nicht, um noch mehr giftige Stoffe zu mir zu nehmen.“

Der Softwareentwickler versucht deshalb nun, mit einer eigenen Innovation in die neue Gemengelage zu stoßen. Die Idee dahinter ist simpel: Statt die Informationen auf einem Papierzettel abzugeben und einen zweiten abzuheften, sollen sie auf das Smartphone übertragen werden. Die Kunden müssen sich dazu die zugehörige App „Admin“ herunterladen, die Händler müssen das neue System in ihre Kassen integrieren.

A&G-Chef Amir Karimi zumindest ist sich bereits sicher, dass sein Konzept den Handel nachhaltig verändern wird. „Wir schaffen eine digitale Schnittstelle zwischen Geschäft und Verbraucher, senken Kosten und beschleunigen den Kaufvorgang an der Kasse“, sagt er. Die Übertragung des digitalen Kassenbons soll dann mittels Nahfeldkommunikation über ein NFC-Lesegerät erfolgen. Der Kunde hält sein Handy kurz an das Gerät und die Daten werden auch ohne mobile Internetverbindung übertragen.

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