Wirkstoffverordnung: Keine freie Auswahl

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Berlin - Stellt der Arzt eine Verordnung ohne Angabe von Hersteller oder Fertigarzneimittelnamen aus und gibt stattdessen die Wirkstoffbezeichnung an, spricht man von einer reinen Wirkstoffverordnung. Diese ist jedoch nicht für alle Arzneistoffe zulässig. Wann der Hersteller auf das Rezept muss und wie ohne Produktnamen abgerechnet wird, verrät der Apo-Tipp.

Sind Wirkstoffname, Wirkstärke, Darreichungsform und Menge angegeben, sind die Anforderungen an die Wirkstoffverordnung erfüllt. Apotheken haben dennoch keine freie Wahl, sondern müssen den Rabattvertrag der Kassen erfüllen und vertragskonform liefern.

Ist das rabattierte Arzneimittel nicht lieferbar und kann aufgrund pharmazeutischer Bedenken nicht abgegeben werden, muss die Sonder-PZN mit den dazugehörigen Faktoren aufgedruckt werden. Eine schriftliche Begründung sowie eine Unterschrift gehören ebenfalls aufs Rezept. Apotheker und PTA haben dann die Wahl zwischen einem der preisgünstigsten aut-idem-konformen Arzneimittel. Diese Beschränkung in der Auswahl unter gelisteten Arzneimitteln gilt auch, wenn kein Rabattvertrag zum verordneten Wirkstoff geschlossen wurde.

Unzulässig sind Wirkstoffverordnungen bei Arzneistoffen, die in der Substitutionsausschlussliste zu finden sind. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) legt bereits seit mehr als vier Jahren fest, welche Wirkstoffe in der Anlage VII der Arzneimittelrichtlinie (AM-RL) zu finden sind. Berücksichtigt werden vor allem Wirkstoffe mit geringer therapeutischer Breite, bei denen bereits eine geringfügige Dosisänderung oder der Wirkstoffkonzentration klinisch relevante Veränderungen nach sich ziehen kann.

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