Rahmenvertrag: Die wichtigsten Neuregelungen

Teil 5: Das sind die Sonderkennzeichen Nadine Tröbitscher, 20.06.2019 10:01 Uhr

Berlin - Wird von der Abgabereihenfolge gemäß Rahmenvertrag §§ 11 bis 13 abgewichen, greift § 14. Dieser regelt, in welchen Fällen eine Abweichung möglich ist und wie die Apotheke vorgehen muss, um nicht von der Kasse in Regress genommen zu werden. Mit dem neuen Rahmenvertrag ist ein Sonderkennzeichen hinzugekommen.

Nichtverfügbarkeit, pharmazeutische Bedenken oder dringender Fall sind nur einige Gründe, warum in Ausnahmefällen von der Abgaberangfolge abgewichen werden kann. Auch nach Inkrafttreten des neuen Rahmenvertrags ist es weiterhin möglich, unter Angabe der Sonder-PZN 02567024 und des entsprechenden Faktors den Patienten zu versorgen.

Nichtverfügbarkeit:

Faktor 2: Rabattarzneimittel nicht verfügbar
Achtung: Gibt es mehrere Rabattpartner, wird die Abgaberangfolge durch den Defekt eines Rabattpartners nicht außer Kraft gesetzt. Die Rangfolge muss so lange durchlaufen werden, bis ein abgabefähiges Arzneimittel ermittelt wurde. Für jeden einzelnen Rabattpartner sind je zwei Nichtverfügbarkeitsnachweise beim Großhandel einzuholen und zu dokumentieren.

In diesem Fall darf die Apotheke eines der vier preisgünstigsten Arzneimittel beziehungsweise einen preisgünstigen Import abgeben. Jedoch dürfen die Präparate nicht teurer als das verordnete sein.

Faktor 3: Die vier preisgünstigsten Arzneimittel beziehungsweise die preisgünstigsten Importarzneimittel (2 Prozent Einsparziel) sind nicht verfügbar
Die Apotheke darf in diesem Fall das nächstpreisgünstige verfügbare Arzneimittel (Generikamarkt) beziehungsweise ein Referenzarzneimittel oder einen Import abgeben. Jedoch dürfen die Präparate nicht teurer als das verordnete sein.

Faktor 4: Rabattarzneimittel und die vier preisgünstigsten Arzneimittel beziehungsweise die preisgünstigsten Importarzneimittel (2 Prozent Einsparziel) sind nicht verfügbar
Die Apotheke darf in diesem Fall das nächstpreisgünstige verfügbare Arzneimittel (Generikamarkt) beziehungsweise ein Referenzarzneimittel oder einen Import abgeben. Jedoch dürfen die Präparate nicht teurer als das verordnete sein.

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