Oxycodon: Ausschluss vom Ausschluss

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Berlin - Wann hat die Apotheke eine Wahl? Bestimmte Darreichungsformen der Opioide Oxycodon, Buprenorphin und Hydromorphon sind vom Austausch ausgeschlossen – allerdings nicht immer. Wann der Substitutionsausschluss gilt und wann nicht und wie die Verordnung aussehen muss, verrät der Apo-Tipp.

Bei Verordnungen von Wirkstoffen, die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) in der Substitutionsausschlussliste aufgeführt sind, haben Apotheker keine Wahlmöglichkeit. Geliefert wird wie verordnet. Es gilt ein Austauschverbot, sowohl im Tagesgeschäft als auch im Notdienst. Die Arzneistoffe sind in der Anlage VI „Aut-idem“ der Arzneimittel-Richtlinie aufgeführt.

Gelistet sind drei Opioide – Buprenorphin als transdermales Pflaster sowie Oxycodon und Hydromorphon als Retardtablette. Für die einzelnen Wirkstoffe gelten jedoch Ausnahmen, denn das Austauschverbot gilt nur unter bestimmten Voraussetzungen. So dürfen Buprenorphin-haltige Pflaster nur dann nicht ausgetauscht werden, wenn diese eine unterschiedliche Applikationshöchstdauer von beispielsweise bis zu drei oder vier Tagen besitzen.

Oxycodon und Hydromorphon als Retardformulierung dürfen bei unterschiedlicher täglicher Applikationshäufigkeit von beispielsweise alle 12 oder 24 Stunden nicht auf ein wirkstoffgleiches Präparat ausgetauscht werden. Gibt es jedoch aut-idem-konforme Arzneimittel mit gleicher Applikationshäufigkeit müssen Apotheker den Rabattvertrag der Kasse bedienen, da der Austausch verpflichtend ist. Der Rabattvertrag darf nur in Ausnahmefällen wie gesetztem Aut-idem-Kreuz, pharmazeutischen Bedenken, Notdienst oder Akutversorgung sowie Lieferengpässen mit entsprechender Dokumentation und Sonder-PZN umgangen werden.

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