Nicht lieferbar

Mehrkosten – wer zahlt? APOTHEKE ADHOC, 14.08.2020 13:06 Uhr

Berlin - Ist ein Arzneimittel nicht lieferbar, so muss die Apotheke ein anderes Präparat abgeben. Kommt es zu einer Versorgung oberhalb des Festbetrages, so entstehen Mehrkosten. Diese müssen beglichen werden – je nach Grund der Alternativabgabe entweder von der Kasse oder vom Patienten selbst.

Nicht immer können Apotheken das rabattierte Arzneimittel abgeben. Hierfür kommen unterschiedliche Ursachen in Frage. Vorrangig sind Lieferengpässe der Grund. Innerhalb der letzten Monate kam es auch aufgrund der Corona-Pandemie zu Abgaben von nicht-rabattierten Arzneimitteln. Durch die Sars-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung wurden Apothekern gewisse Spielräume bei der Belieferung eingeräumt, sodass Mehrfachkontakte zum einen zwischen Arzt und Patient und zum anderen zwischen Apotheker und Patient vermieden werden konnten.

Kein Arzneimittel unterhalb des Festbetrages

Unter dem Festbetrag versteht man die vom GKV-Spitzenverband festgelegte Preisobergrenze für ein Arzneimittel. Diese Summe gilt als maximaler Betrag, den die Kassen für das Präparat zahlen. Festbeträge werden gebildet, wenn mehrere Arzneimittel als vergleichbar eingestuft werden und die Kassen eine niedrige Erstattungsobergrenze festlegen wollen – es werden Festbetragsgruppen gebildet. Etwa 80 Prozent der ärztlichen Verordnungen betreffen Arzneimittel aus Festbetragsgruppen, die 40 Prozent der Umsätze im GKV-Markt ausmachen. Geht das Preisniveau innerhalb der Festbetragsgruppe nach unten, senkt auch der GKV-Spitzenverband den Festbetrag.

Normalerweise zahlen Patienten entstehende Mehrkosten selbst. Wer nicht aus eigener Tasche zahlen will, der kann alternativ auch mit einem anderen Arzneimittel versorgt werden, für das keine Aufzahlungen fällig werden. Die Voraussetzung: Das Alternativpräparat ist als therapeutisch gleichwertig eingestuft.

Sonderfall Ersatzrezept

Die meisten Arzneimittelrückrufe erfolgen auf Apothekenebene, dennoch kommt es ab und an vor, dass Medikamente auch auf Patientenebene zurückgerufen werden. Zuletzt trat dieser Fall im Februar ein, als der Emerade Notfallpen aufgrund eines defekten Auslösemechanismus zurückgerufen wurde. Liegt der Apotheke solch eine Ersatzverordnung vor, fallen für den Patienten weder Zuzahlung noch Mehrkosten an. Abgerechnet wird über die Sonder-PZN 06461067, ansonsten droht eine Retaxierung.

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