Festbeträge

Medac: MTX-Pen ohne Aufzahlung APOTHEKE ADHOC, 13.09.2017 12:40 Uhr

Berlin - Die Einführung einer Festbetragsgruppe für parenteral anzuwendende Methotrexat-Präparate wird seit Längerem heftig diskutiert. Dennoch ist diese beschlossene Sache. Seit dem 1. September ist der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgesetzte Festbetrag bindend. Patienten können dennoch aufatmen, denn Medac meldet für den Pen keine Aufzahlung.

Der Widerstand war groß. Der Deutsche Psoriasis Bund, Medac und die Deutsche Rheuma Liga versuchten mit aller Kraft die Einführung einer einheitlichen Festbetragsgruppe für alle parenteral zu applizierenden MTX-Präparate zu verhindern. Der G-BA hatte bei der Bildung der Festbeträge, das Applikationssystem außen vor gelassen. Somit wurden Durchstechflaschen, Fertigspritzen und Autoinjektoren in einen Topf geworfen. Der Deutsche Psoriasis Bund zeigte sich empört. „Es ist völlig absurd, dass der G-BA bei der Bildung von Festbeträgen das Applikationssystem gänzlich ausblendet und dabei sogar in Kauf nimmt, dass mehrere tausend körperbehinderte Menschen mit deformierten Fingern und Händen von einer wichtigen Therapieoption abgeschnitten werden.

Die Experten sahen Festbetragsaufzahlungen auf die Patienten zukommen. Medac meldete den Fertigpen oder bestimmte Wirkstärken und Packungsgrößen zum ermittelten Festbetrag nicht mehr wirtschaftlich anbieten zu können. Die Herstellungskosten variieren je nach Applikationssystem.

Vor allem betroffen wären Patienten mit Psoriasis vulgaris, Psoriasis Arthritis oder Rheuma. Für diese Patientengruppen ist der Pen oftmals die einzige Möglichkeit den Wirkstoff applizieren zu können. Ein Aufziehen der Spritze sowie das Setzen der Injektion sind aufgrund von versteiften Fingergelenken nicht möglich. Der Deutsche Psoriasis Bund (DPB) sah die Patientengruppe diskriminiert, denn ihnen bliebe nur die Möglichkeit aufzuzahlen oder die wichtige Therapieoption zu verlieren. Die Wirkung durch parenterale Applikation sei stärker und zudem in Bezug auf gastrointestinale Nebenwirkungen den Tabletten vorzuziehen. In Deutschland leben laut Angaben des DPB etwa 15.000 Menschen mit Psoriasis-Arthritis und weitaus mehr mit Rheumatoider Arthritis.

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