Betäubungsmittel

Painbreak: Opioid-Dachmarke von Medac

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Berlin -

Schmerz lass nach – Medac führt unter der Dachmarke Painbreak ein neues Schmerzmittel-Portfolio ein. An den Start geht das Unternehmen aus Wedel mit zwei Präparaten – weitere werden kontinuierlich folgen. Einzigartig ist nicht nur der Name, die Morphin-Brausetabletten sind es auch.

Die BtM-Sparte von Medac wird stark wirksame Opioide der Stufe 3 enthalten. Das Unternehmen stärkt mit den Präparaten zur Behandlung von akuten und chronischen tumor- und nicht tumorbedingten Schmerzen auch seine eigentliche Kompetenz in den Bereichen Krebs und Rheuma.

Den Anfang im Portfolio machen transdermale Fentanyl-Pflaster und Morphin-Brausetabletten. Die Produkte werden unter der Dachmarke Painbreak vertrieben, die eine geschützte Marke des Unternehmens PB Pharma aus Meerbusch ist. Nicht nur den Namen, sondern auch die Morphin-Brausetabletten hat Medac vom BtM-Spezialisten übernommen: PB hat das Produkt bis Sommer unter eigenem Namen vertrieben. Der Marktanteil der Brausetabletten ist jedoch „bislang überschaubar“.

Die Tabletten zu 20 mg können für eine individuell angepasste Dosis geteilt werden und sollen sich schnell auflösen. „Erste Rückmeldungen beispielsweise vom Deutschen Schmerzkongress zeigen, dass hier unter Ärzten, Pflegekräften und Patienten Informationsbedarf besteht und der tatsächliche Bedarf nicht gedeckt ist“, so ein Medac-Sprecher.

„Uns haben Name, Konzept sowie die bisherige und künftige Wirkstoffauswahl unter diesem Dach überzeugt, so dass wir als Medac die Marke Painbreak mit einer sich kontinuierlich erweiternden Wirkstoffauswahl in Deutschland exklusiv vertreiben werden“, erklärt der Sprecher die Namensfindung.

Die transdermalen Fentanyl-Pflaster zu 12 µg/h geben den Wirkstoff über eine „moderne Matrix gesteuert und gleichmäßig in die Haut“ ab. Ein mitgeliefertes missbrauchssicheres Entsorgungsset sei in puncto Sicherheit „ein weiteres Plus“, erklärt der Sprecher.

Noch bis zum Jahreswechsel soll das Painbreak-Portfolio erweitert werden. In der Pipeline sind retardierte Wirkstoffe wie Morphin und Oxycodon. Medac will sich jedoch mit Painbreak breit aufstellen und plant, die Dachmarke mit „einem möglichst breiten Opioid-Portfolio auszustatten“. Medac plädiert für einen angemessenen Einsatz von Opioiden und hält eine frühzeitige Versorgung starker und sehr starker Schmerzen für wichtig. Das übergeordnete Therapieziel sei es die „Chronifizierung des Schmerzes zu vermeiden“. Das Abhängigkeitspotential sei bei bestimmungsmäßigem Gebrauch gering und relativ gut steuerbar.

PB Pharma und die Schwesterfirma PS Pharma sind seit den 1990er Jahren aktiv, unter Leitung von Karin Klotzbach-Bierhoff erwirtschafteten beide Firmen zuletzt einen Umsatz von rund 40 Millionen Euro. Während PS als Dienstleister BtM für andere Hersteller und Importeure lagert und umverpackt, hat sich PB seit 2011 auf den Reimport von BtM spezialisiert. Später zogen die großen Anbieter nach und nahmen ebenfalls entsprechende Präparate in ihr Portfolio auf.

Medac wurde 1970 gegründet und vertreibt neben onkologischen Präparaten Medikamente zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen, Blutkrankheiten sowie Herz-und Gefäßkrankheiten. Seit einigen Jahren gehören auch Diagnostika zur Produktpalette. Weltweit beschäftigt Medac rund 1100 Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von 365 Millionen Euro.

Eigentümer von Medac sind die Familien der Gründer Wilfried Mohr und Claus-Olaf Welding sowie Graf von Waldburg zu Zeil und Trauchburg. Von 1997 bis 2005 war der Berliner Pharmakonzern Schering mit 25 Prozent an Medac beteiligt.

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