Dosierungsfehler

EMA bewertet MTX-Risiko APOTHEKE ADHOC, 16.04.2018 14:16 Uhr

Berlin - Dosierungsfehler von Methotrexat (MTX) können schwerwiegende Nebenwirkungen nach sich ziehen. Das Risiko ist zwar seit vielen Jahren bekannt, dennoch hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) ein Risikobewertungsverfahren gestartet.

Auf Ersuchen der spanischen Arzneimittelbehörde (AEMPS) untersucht der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der EMA die Daten zu MTX-haltigen Arzneimitteln und prüft die Notwendigkeit weitergehender Maßnahmen zur Risikominimierung von Dosierungsfehlern.

MTX wird als Analogon der Folsäure als Zytostatikum und Immunsuppressivum eingesetzt. Der Wirkstoff findet bei entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis oder Psoriasis Anwendung und wird einmal in der Woche verabreicht. Bei der Behandlung von verschiedenen Krebserkrankungen wie der akuten lymphoblastischen Leukämie (ALL) werden entsprechende Arzneimittel häufiger und somit höher dosiert angewendet.

Patienten hatten fälschlicherweise täglich statt einmal wöchentlich MTX angewendet. Einige Fehldosierungen waren mit schwerwiegenden Konsequenzen verbunden – manchmal mit tödlichem Ausgang durch Sepsis, Nierenversagen oder aplastische Anämie. Anzeichen einer Überdosierung können hämatologische und gastrointestinale Reaktionen wie Übelkeit, Erbrechen, Magenschwüre oder gastrointestinale Blutungen sein.

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