Rezeptabrechnung

Entlassrezept: Retax ausgeschlossen

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Berlin -

Das Entlassrezept stellt Apotheken und Krankenhäuser seit Monaten auf die Probe. Klinikärzte dürfen im Rahmen des Entlassmanagements Rezepte zulasten der Kasse ausstellen. Kein besonders gelungener Start – auch nach etwa neun Monaten läuft nicht alles glatt. Am Ende zahlt der Apotheker. In einigen Fällen ist eine Retaxation jedoch ausgeschlossen.

Klinikärzte mit abgeschlossener Facharztausbildung dürfen neben Arzneimitteln auch Heil-, Verbands- und Hilfsmittel, Soziotherapie und häusliche Krankenpflege rezeptieren sowie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für sieben Tage ausstellen. Und hier lauert die erste Retax-Falle: Klinikärzte besitzen keine eigene Arztnummer. Daher soll stattdessen die Pseudoarztnummer „4444444“ gefolgt vom Facharztgruppencode aufgedruckt werden. Fehlt diese, darf die Apotheke den Malus durch Nachtragen der Zahlenfolge ausmerzen. Gleiches gilt für die Betriebsstättennummer (BSNR). Diese beginnt mit der „75“ und wird von der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung (KV) erteilt. Der Apotheker darf die BSNR aus der Codierzeile in das zugehörige Personalienfeld übertragen – soweit eine Rezeptfälschung ausgeschlossen werden kann.

Apotheker sind außerdem berechtigt, die BSNR in Rücksprache mit dem Verordnenden im Personalienfeld zu streichen, wenn diese nicht mit der Codierzeile übereinstimmt. Eine Retaxation ist ebenfalls ausgeschlossen, wenn der Apotheker die fehlende Facharztbezeichnung sowie die „4“ im Statusfeld nachträgt beziehungsweise korrigiert.

Ein großes Problem sind die von Kliniken verwendeten Aufkleber im Personalienfeld. Sind diese jedoch fest und untrennbar mit dem Muster-16-Formular verbunden und alle für die Abrechnung benötigten Daten nach § 300 Sozialgesetzbuch (SGB) V enthalten, ist eine Retaxation ausgeschlossen. Bei Verordnungen von Betäubungsmitteln und T-Rezepten sind Aufkleber nach wie vor tabu.

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