„Duplikat“ ist kein Retax-Grund

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Berlin -

Duplikat, Kopie, Zweitschrift oder Wiederholungsverordnung: Hatte der Arzt nach einem Rezeptverlust eine neue Verordnung ausgestellt, bestand Retaxgefahr, wenn der Mediziner nicht den richtigen Zusatz auf dem Rezept dokumentiert hatte. Seit 2016 gibt es jedoch eine schnelle Antwort und Sicherheit.

Hat ein Patient das Rezept verloren oder kann die Verordnung nicht mehr finden, kann der Arzt eine neue Verordnung ausstellen. Um eine doppelte Abrechnung aufzudecken, muss der Arzt die Verordnung als Zweitverschreibung kenntlich machen. Bis vor der Neuregelung von §3 Rahmenvertrag war der Vermerk „Wiederholungsverordnung“ zulässig. Außerdem mussten die Mediziner eine Begründung auf der Verordnung dokumentieren. Zuläsig war beispielsweise „Original vom Patienten verloren“. Duplikat, Kopie oder Zweitschrift wurden nicht anerkannt und von den Kassen retaxiert. Im schlimmsten Fall hätten Apotheken bei Belieferung der Rezepte belangt werden können, da sie ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel ohne Vorlage eines gültigen Rezeptes beliefert hatten.

Die Zeit der Angst vor Retaxation ist seit Juni 2016 Geschichte. Denn es handelt sich um einen unbedeutenden Formfehler, dessen Retaxation nicht mehr zulässig ist. Demnach müssen die Kassen auch den Vermerk „Duplikat“ anerkennen und die Kosten erstatten. Im Gesetz heißt es: „Der Vergütungsanspruch des Apothekers entsteht trotz nicht ordnungsgemäßer vertragsärztlicher Verordnung oder Belieferung dann, wenn […] bei Verlust der Originalverordnung eine erneute Originalverordnung erfolgt, wobei ein die doppelte Verordnung kennzeichnender Aufdruck (zum Beispiel Duplikat) dann unschädlich ist […].“

Formale Fehler, die weder die Arzneimittelsicherheit noch die Wirtschaftlichkeit der Versorgung beeinträchtigen, dürfen nicht mehr bemängelt werden. Dennoch empfiehlt es sich, mit dem Arzt Rücksprache zu halten und einen entsprechenden Vermerk auf der Verordnung vorzunehmen.

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