Rezeptbelieferung

BG-Rezept: Kein Rabattvertrag, keine Mehrkosten APOTHEKE ADHOC, 21.12.2018 13:36 Uhr

Berlin - Passiert im Betrieb oder auf dem Arbeitsweg ein Unfall oder liegt eine Berufskrankheit vor, ist die zugehörige Berufsgenossenschaft (BG) Kostenträger der benötigten Arzneimittel. Bei der Abgabe hat die Apotheke mehr Freiheiten als bei einem Kassenrezept. Rabattverträge sind nicht zu beachten. Allerdings gelten zahlreiche formale Regeln.

Die BG haben bislang noch keine Rabattverträge geschlossen, es darf also wie verordnet versorgt werden. Laut § 4 Arzneiliefervertrag zwischen der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung und der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau als Landwirtschaftliche BG einerseits und dem Deutschen Apothekerverband (DAV) gilt jedoch wie bei Kassenrezepten die Aut-idem-Regelung. Die Wahl des Apothekers sollte auf ein preisgünstiges Arzneimittel nach § 129 Sozialgesetzbuch (SGB V) fallen.

Apotheken dürfen das verordnete Arzneimittel, einen Import oder eines der drei preisgünstigsten Arzneimittel abgeben. Zählt das verordnete Medikament bereits zu den drei preisgünstigsten, darf das gelieferte nicht teurer sein als das namentlich verordnete Produkt. Die Software zeigt die drei preisgünstigsten Arzneimittel an. Ausgehend von den Preisstufen, muss die günstigste gewählt werden. Sind in dieser bereits drei Arzneimittel gelistet, darf auch nur aus diesen gewählt werden. Beinhaltet die Stufe jedoch mehr als drei Präparate, dürfen Apotheker aus all diesen Produkten frei wählen.

Sind in der niedrigsten Preisstufe jedoch nur ein oder zwei Arzneimittel gelistet, darf auf die nächst höhere Preisstufe zugegriffen werden. Dabei kann dann über alle Arzneimittel der zweitniedrigsten Stufe verfügt werden. Somit können anstatt drei Medikamente sogar vier oder sechs zur Auswahl stehen. Umfassen die niedrigste und zweitniedrigste Preisstufe nur je ein Arzneimittel, kann sich die Auswahl um die drittniedrigste Stufe vergrößern. Die BG haben jedoch vorgesorgt – sollten Rabattverträge geschlossen werden, greift eine Fußnote in § 4 Arzneiversorgungsvertrag.

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