Aufkleber-Retax ab 1. Oktober

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Berlin - Das Entlassrezept stellt Kliniken und Apotheken vor große Herausforderungen, denn die Verordnungen bergen ein Risiko für Retaxationen. Zwar konnten sich der Deutsche Apothekerverband (DAV) und die Ersatzkassen zum 1. Mai auf Lockerungen einigen. Doch eine Friedensfrist läuft in wenigen Wochen aus. Apotheker aufgepasst: Ab 1. Oktober werden Aufkleber auf Entlassrezepten retaxiert.

Aufkleber im Personalienfeld sind bei Klinikverordnungen Gang und Gäbe und bei Privatrezepten unproblematisch. Bei Muster-16-Formularen, die zu Lasten der Kasse abgerechnet werden hingegen schon. Denn auf den rosa Rezepten sind einzig Korrekturetiketten zulässig. DAV und Ersatzkassen konnten sich jedoch für Entlassrezepte auf Aufkleber im Personalienfeld einigen. Im Ergänzungsvertrag heißt es in § 6 Absatz 2 „Der Vergütungsanspruch des Apothekers entsteht trotz nicht ordnungsgemäßer Verordnung oder Belieferung im Entlassmanagement auch dann, wenn es sich um einen unbedeutenden, die Arzneimittelsicherheit und die Wirtschaftlichkeit der Versorgung nicht wesentlich tangierenden, insbesondere formalen Fehler handelt.“

Auch GKV-Spitzenverband (Primärkassen) und DAV haben für Aufkleber eine Vereinbarung getroffen – zu finden unter Buchstabe f: „Ein Aufkleber ist fest und untrennbar mit dem Arzneiverordnungsblatt verbunden und die Angaben im Personalienfeld entsprechen den Regelungen der ergänzenden Verträge nach § 129 Absatz 5 Sozialgesetzbuch (SGB) V. In diesem Fall werden die Angaben mit der Abrechnung nach § 300 SGB V übermittelt.“

Dabei gilt es auf das Kleingedruckte zu achten, denn die Vereinbarung zwischen GKV und DAV endet in wenigen Wochen und Primärkassen können Aufkleber retaxieren. Denn in § 7 „Inkrafttreten und Außerkrafttreten“ heißt es: „Die Regelung nach § 6 Abs. 2 Buchstabe f gilt für einen Übergangszeitraum bis zum 30. September 2018.“ Für BtM- und T-Rezepte sind Aufkleber nach wie vor nicht zulässig.

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