Nullretaxation

Arztunterschrift: Stempel nicht genug

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Berlin -

Für die Arztunterschrift gibt es klare Vorgaben, dennoch werden in Apotheken immer wieder Rezepte mit einem Stempel anstelle einer handschriftlichen Unterschrift des Mediziners eingereicht. Fehlt diese im Original, verwirkt die Apotheke ihren Erstattungsanspruch.

Die Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) regelt in § 2 die Formalien, die eine Verschreibung enthalten muss. Darunter ist auch die Arztunterschrift zu finden: „Die eigenhändige Unterschrift der verschreibenden Person oder, bei Verschreibungen in elektronischer Form, deren qualifizierte elektronische Signatur“, heißt es da.

Demnach ist ein Stempel mit dem Abbild der Signatur des Arztes nicht zulässig. Versäumt die Apotheke, das Original nachtragen zu lassen und reicht ein nicht ordnungsgemäß ausgestelltes Rezept in die Abrechnung, droht eine Vollabsetzung. Denn es handelt sich hier nicht um einen unbedeutenden Formfehler, der sich weder auf die Wirtschaftlichkeit noch auf die Arzneimittel- und Therapiesicherheit auswirkt.

Dazu zählt beispielsweise die Leserlichkeit der Arztunterschrift. Ist diese unleserlich, aber erkennbar keine Paraphe oder ein anderes Kürzel, ist diese zulässig und kann seit Juni 2016 nicht mehr zu einer Retaxation führen. Gleiches gilt für unvollständige Arztstempel. Fehlen der Vorname des Arztes oder Adressbestandteile im Stempel, darf nicht mehr retaxiert werden, wenn für die Apotheke und Krankenkasse der ausstellende Arzt eindeutig erkennbar ist. Fehlt die Telefonnummer oder ist nicht lesbar, darf geheilt werden.

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