Pharmakonzerne

63 Milliarden Dollar: Abbvie will Allergan übernehmen dpa/APOTHEKE ADHOC, 25.06.2019 14:59 Uhr

Berlin - Der US-Pharmakonzern Abbvie will sich für eine Milliardensumme den Botox-Hersteller Allergan einverleiben. Der Deal, dem die Allergan-Führung bereits zugestimmt hat, bewertet den Botox-Hersteller mit 63 Milliarden US-Dollar (55 Milliarden Euro).

Je Allergan-Aktie beläuft sich das Gebot auf 188,24 Dollar und liegt damit 45 Prozent über dem Börsen-Schlusskurs vom Montag. Abbvie will den Preis teilweise in bar und teilweise in eigenen Aktien bezahlen. Das Zusammengehen könnte langwierige Probleme der beiden Konzerne zumindest vorerst abmildern. Das Geschäft des US-Konzerns AbbVie hängt bislang von seinem Hauptprodukt ab, dem Rheumamittel Humira, das bereits Konkurrenz durch Biosimilars ausgesetzt ist. Der Kauf von Allergan würde AbbVie ein breiteres Produktsortiment verschaffen. Den Anteilseignern von Allergan, die sich seit vier Jahren mit einem sinkenden Aktienkurs leiden, würde der Deal einen vergleichsweise lukrativen Ausstieg aus ihrer Investition bieten.

Abbvie verspricht sich von dem Deal hohe Synergien, die im dritten Jahr nach dem Zusammenschluss mindestens zwei Milliarden
Dollar zum Gewinn vor Steuern beitragen sollen. Zudem würden die Konzerne ihre Position auf dem Markt für kosmetische Arzneimittel ausbauen. Zusammen kämen Abbvie und Allergan im laufenden Jahr den Angaben zufolge auf einen Umsatz von 48 Milliarden Dollar.

Ein Gelingen der Übernahme wäre ein Beleg dafür, dass selbst die größten Pharmahersteller der Welt noch größer werden können. Im Januar kündigte der Hersteller Bristol-Myers Squibb (BMS) die 74 Milliarden Dollar schwere Übernahme des US-Konzerns Celgene an. Und der japanische Takeda-Konzern schluckte den irischen Hersteller Shire.

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