Wegen Unterzuckerungsgefahr

Diagnose Diabetes: Jagdschein weg APOTHEKE ADHOC, 07.03.2018 13:44 Uhr

Berlin - Patienten mit Diabetes Typ-1 kann der Jagdschein entzogen werden. Das entschied kürzlich das Verwaltungsgericht (VG) Cottbus. Hintergrund war ein Rechtsstreit zwischen einer Patienten und einem ihrer Ausbilder, der sie aufgrund „fehlender körperlicher Eignung“ zur Anzeige brachte.

Zwar führe eine Diabetes-Erkrankung nicht für sich schon zur Annahme fehlender körperlicher Eignung zur Jagd. Anders sei dies jedoch dann, wenn trotz einer an sich ausreichenden Behandlung eine Gefährdung von Jagdteilnehmern nicht ausgeschlossen werden könne, weil nicht sofort beherrschbare Unterzuckerungserscheinungen auftreten könnten.

Bei einer Unterzuckerung kommt es zu Nervosität, erhöhtem Herzschlag, Bluthochdruck bis hin zu Krampfanfällen, Lähmungen und Sprachstörungen. Die Symptome könnten die Zuziehung eines Notarztes erforderlich machen und eine potenzielle Gefährdung für Leib, Leben, Gesundheit und Sachwerte anderer Personen sein. Daher entschieden die Richter, dass das öffentliches Interesse größer sei als das persönliche Interesse der Patienten. Neben einer Gefährdung anderer Jagdteilnehmer sei daher auch eine Eigengefährdung oder ein möglicher Fremdzugriff auf die Jagdwaffe im Falle der Beeinträchtigung ihrer Steuerungsfähigkeit denkbar. Das Gericht erklärte den Jagdschein für ungültig und verlangte die unverzügliche Abgabe.

Denn nach Bundesjagdgesetz (BJagdG) gilt: Wenn Tatsachen wie fehlende erforderliche Zuverlässigkeit oder körperliche Eignung erst nach Erteilung des Jagdscheines eintreten und die Versagung begründen, so ist die Behörde berechtigt, den Jagdschein für ungültig zu erklären und einzuziehen. Einen Anspruch auf Rückerstattung der Gebühren haben die Betroffenen nicht. Zudem kann die Behörde eine Sperrfrist für die Wiedererteilung des Jagdscheines festsetzen.

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