Gebärmutterhalskrebs

Herdenimmunität: HPV-Impfung schützt alle APOTHEKE ADHOC, 08.08.2019 13:54 Uhr

Berlin - Die Impfquote für das humane Papillomvirus (HPV) ist hierzulande eher gering. Im Fachjournal „The Lancet“ wurde vor Kurzem die bisher größte Metaanalyse zur HPV-Impfung veröffentlicht: Sie zeigt, welchen Erfolg eine flächendeckende Impfung haben kann.

Die Impfquote von HPV in Deutschland liegt bei gerade einmal gut 40 Prozent. Andere europäische Länder wie Großbritannien mit 85 Prozent, Norwegen und Portugal mit je 83 Prozent oder Schweden mit 77 Prozent liegen deutlich darüber. Die Gründe, warum Deutschland im europäischen Vergleich hinterher hinkt, sind vielseitig. Zum einen herrscht allgemeine Verunsicherung, da in der Vergangenheit über Todesfälle in Zusammenhang mit der Impfung berichtet wurde. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) konnte jedoch keinen Zusammenhang feststellen. Außerdem stand die HPV-Impfung in Verdacht, Multiple Sklerose auszulösen. Doch auch dieser Zusammenhang wurde durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ausgeschlossen.

Die nun veröffentlichte Meta-Analyse aus Kanada wurde aufgrund ihrer Größe aus einem Fonds der WHO unterstützt: Es wurden insgesamt 1702 Publikationen analysiert. So wurden insgesamt 65 Publikationen mit einer Gesamtpopulation von über 60 Millionen Jugendlichen und jungen Erwachsenen aufgenommen. Die Analyse zeigte, dass durch die Impfung das Auftreten von anogenitalen Warzen, Krebsvorstufen und fortgeschrittenen intraepithelialen Neoplasien des Gebärmutterhalses erheblich sank: Innerhalb von fünf bis acht Jahren reduzierten sich die Erkrankungen in der gesamten Altersgruppe und zwar nicht nur bei den geimpften Mädchen. Die Voraussetzung für diesen Erfolg war, dass mindestens die Hälfte der Altersgruppe geimpft war – und zwar Jungen und Mädchen.

Durchschnittlich gingen durch die Impfung innerhalb von fünf bis acht Jahren in der Gruppe der 13- bis 19-jährigen Mädchen die HPV-Infektionen mit den Typen 16 und 18 im Durchschnitt um 83 Prozent zurück. Bei den 15- bis 19-jährigen Mädchen wurde das Auftreten von anogenitalen Warzen um 67 Prozent reduziert, das von CIN2+-Läsionen um 51 Prozent. In der höheren Altersgruppe von 20 bis 24 Jahren war der Effekt für alle drei Erkrankungen jeweils um 20 bis 50 Prozent schwächer, in der Altersgruppe von 25 bis 29 Jahren um weitere 20 Prozent.

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