2700 Packungen betroffen

Trigoa: Glaeske kritisiert Pfizer, Albring beruhigt APOTHEKE ADHOC/dpa, 11.12.2018 12:27 Uhr

Berlin - Schwanger wegen Fehldruck? Pfizer hat drei Chargen des oralen Kontrazeptivums Trigoa (Levonorgestrel/Ethinylestradiol) zurückgerufen. Weil der Blister mit der falschen Einnahmereihenfolge bedruckt ist, bestehe das Risiko ungewollter Schwangerschaften. Pharmakologe Professor Dr. Gerd Glaeske von der Universität Bremen kritisiert die Kommunikationspolitik des Herstellers und sieht die Haftung bei Pfizer.

Etwa 2700 Packungen sollen vom Rückruf des Verhütungsmittels betroffen sein. Diese wurden laut Pfizer ab dem 27. November bundesweit an Großhändler und Apotheken ausgeliefert. Zurückgerufen werden die Chargen W98332, X34106 und X51153 in den Packungsgrößen 21, 3x21 und 6x21 Stück. Die Zahl der betroffenen Frauen ist weiterhin unklar. Fest steht jedoch, dass die betroffenen Chargen vom 27. November bis 6. Dezember in den Apotheken abgegeben wurden. „Pfizer geht von einer kleinen Anzahl von Packungen aus, die in diesem Zeitraum abgegeben wurden“, teilt eine Sprecherin mit. „Wir bedauern die Unannehmlichkeiten und entschuldigen uns in diesem Zusammenhang.“

Glaeske kritisierte angesichts der Behördenwarnung vor ungewollten Schwangerschaften die Kommunikationspolitik des Herstellers. „Gerade unter dem Aspekt der eingeschränkten Zuverlässigkeit der Verhütung sollte mit dem Rückruf eine öffentliche Warnung einhergehen.“ Erst am Montagnachmittag und damit eine Woche nach der Information an Apotheken und Großhandel waren auf der Pfizer-Webseite allgemeine Angaben zum Rückruf zu finden, am Abend folgten Hinweise für Anwenderinnen.

Die betroffenen Frauen werden gebeten, „die Packung über die Apotheke zurück zu schicken“. Die Apotheker erhalten von Pfizer eine Rückerstattung, heißt es auf der Homepage. Gleichzeitig weist der Hersteller darauf hin, dass „für die Ausgabe eines alternativen Kontrazeptivums ein Rezept des behandelnden Arztes erforderlich ist“. Das weitere Vorgehen sollte mit dem Arzt besprochen werden. „Vorsichtshalber ist die Verwendung eines zusätzlichen, nicht-hormonellen Verhütungsmittels, zum Beispiel Kondom, ratsam.“

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