Kinderhaut ist besonders empfindlich und schutzbedürftig, wenn es um das Thema Sonne geht. Sonnenbrand und eine hohe UV-Belastung im Kindesalter können das Hautkrebsrisiko später im Leben erhöhen. Umso wichtiger ist es, die Kinderhaut vor der Sonne zu schützen. Öko-Test hat 22 Sonnenschutzmittel für Kinder untersucht und bewertet. Die gute Nachricht: Abwertungen aufgrund von bedenklichen UV-Filtern gab es keine.
Babys sollten im ersten Lebensjahr nur im Schatten bleiben und Kleinkinder unter drei Jahren sollten nur kurz und dann auch nur gut geschützt in die Sonne gehen. Tabu ist in jedem Fall die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr. Für Groß und Klein gilt außerdem die A-B-C-D-E-Regel: Abstand (Mittagssonne meiden), Bekleidung (textiler UV-Schutz), Creme (Sonnenschutzmittel) und Dach (Kopfbedeckung sowie Sonnenbrille). In puncto Sonnenschutz empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz für Kinder genauso wie für UV-empfindliche Personen und Menschen mit Hauttypen I und II Produkte mit einem sehr hohen Schutz.
Doch bei der Wahl des Sonnenschutzmittels für Kinder haben Eltern die Qual der Wahl, denn die Auswahl ist groß. 22 Produkte aus Drogerie und Apotheke hat Öko-Test genauer unter die Lupe genommen. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Zwei Kindersonnenprodukte werden nur mit „befriedigend“ bewertet und ein Produkt war nicht bewertbar.
Aus dem Apothekensortiment waren unter anderem La Roche-Posay und Ladival dabei, die das Testurteil „gut“ erhielten, Avène Kinder-Sonnenmilch 50+ war eines der beiden Produkte, die lediglich mit „befriedigend“ bewertet wurden. Dabei wurden die Inhaltsstoffe und der Lichtschutzfaktor bei allen drei Mitteln als „sehr gut“ bewertet. Zur Abwertung führten bei Avène unter anderem der Rezyklatanteil in der Kunststoffverpackung, „die unvollständige oder fehlende Anwendungs- und Warnhinweise nach den Empfehlungen des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel (IKW) auf der Verpackung oder auf dem Beipackzettel“ sowie synthetische Polymere als Kunststoffverbindungen.
2025 sorgte der als reproduktionstoxisch eingestufte Phthalatweichmacher Di-n-Hexylphthalat (DnHexP) für Ärger. Untersuchungen wiesen bei mehr als jedem zweiten getesteten Kind zwischen zwei und sechs Jahren den Weichmacher im Urin nach. Der Stoff stammt laut wissenschaftlichen Analysen aus verunreinigten UV-Filtern in Sonnencremes. Kein Wunder, dass Öko-Test auch in diesem Jahr ein besonderes Augenmerk auf DnHexP legte. Vor Kurzem wurde eine Höchstmenge für die Verunreinigung des UV-A-Filters Diethylaminohydroxybenzoylhexylbenzoat (DHHB) mit DnHexP in der Kosmetikverordnung festgelegt – ein Milligramm DnHexP pro Kilogramm Sonnenschutzmittel. Zwar muss der Wert erst ab dem kommenden Jahr eingehalten werden, doch schon jetzt kommen laut Labortests 21 der 22 getesteten Produkte der künftigen Vorgabe nach.
Das Ergebnis zeigt: Großer Schutz ist auch bei kleinen Preisen möglich. Allerdings gilt das Prinzip „mehr ist mehr“. Beim Sonnenschutz sollte nicht gegeizt und vor allem auch die „Sonnenterrassen“ wie Nase, Stirn, Ohren und Schultern nicht vergessen werden. Aber auch die Füße sollten nicht ausgespart werden. Wie viel Sonnencreme benötigt wird, kann mithilfe eines Esslöffels ermittelt werden: Laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gilt eine Menge von zwei Milligramm Sonnenschutzmittel pro Quadratzentimeter Haut – das entspricht etwa drei Esslöffel voll für den gesamten Körper.
Unbedingt nachcremen! Ohne Nachcremen läuft bei einem ausgiebigen Bad in der Sonne nichts. Allerdings gilt es zu beachten, dass dadurch die Schutzzeit in der Sonne nicht verlängert wird. Die Zeit tickt ab dem ersten Auftragen.
Gemäß Urheberrechtsgesetz halten wir uns an die Vorgabe von Öko-Test, die Testergebnisse nicht in Gänze zu veröffentlichen.
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