Die Haut sollte zu jeder Jahreszeit vor UV-Strahlung durch geeignete Sonnencremes geschützt werden. Denn das ist eine der essenziellen Präventionsmaßnahmen gegen Hautkrebs. Auch auf „Billigplattformen“ werden solche Produkte angeboten. Eine Laboranalyse zeigt jedoch: Alle getesteten Sonnencremes, die unter anderem auf der Online-Plattform Temu verkauft wurden, besaßen gar keine UV-Filter.
Um Hautkrebs zu vermeiden, ist ein Sonnenschutz mit UV-Filter unabdingbar. Immer mehr Menschen greifen dabei auch auf Online-Shopping zurück und bestellen bei Billigplattformen wie Temu. Ein deutsches Unternehmen wollte es genauer wissen und überprüfte stichprobenartig die Qualität der angebotenen Schnäppchen.
Insgesamt wurden sechs verschiedene Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor bei der Online-Plattform Temu eingekauft und anschließend im Labor untersucht. Die so erhobenen Daten wurden Öko-Test zur Verfügung gestellt.
Bei zwei der sechs Produkte wurden keine UV-Filter in der Inhaltsstoffliste angegeben. Vier Hersteller deklarieren jedoch angebliche UV-Filter auf der Verpackung. Aber: Die Laboranalyse zeigt, dass keine einzige der geprüften Cremes tatsächlich einen UV-Schutz bot. Die Präparate enthielten keine UV-absorbierenden Moleküle. Somit schützen sie auch nicht vor UV-Strahlung, die für schnellere Hautalterung und ein erhöhtes Hautkrebsrisiko verantwortlich ist.
Die Hersteller wollten laut Öko-Test keine Verantwortung dafür übernehmen, trotz der direkten Konfrontation durch das Verbraucherschutzmedium. Temu erklärte lediglich, die betreffenden Sonnenschutzprodukte von der Plattform entfernt zu haben. Von den anderen Anbietern kam gar keine Reaktion.
„Leider ist Temu nicht die einzige Plattform, auf der die vermeintlichen Sonnenschutzprodukte angeboten werden“, erklärt Bianca Puff, Chefredakteurin von Öko-Test. „Kaum zu glauben, dass solche Produkte überhaupt in den Verkauf gelangen. Das ist ein weiteres Beispiel dafür, dass die niedrigen Preise bei Temu, Aliexpress und Co. oft auf Kosten der Qualität und Produktsicherheit gehen.“
Insbesondere Kinderhaut ist besonders empfindlich und schutzbedürftig, wenn es um das Thema Sonne geht. Sonnenbrand und eine hohe UV-Belastung im Kindesalter können das Hautkrebsrisiko später im Leben erhöhen. Öko-Test hat 22 Sonnenschutzmittel für Kinder untersucht und bewertet. Aus dem Apothekensortiment waren unter anderem La Roche-Posay und Ladival dabei, die das Testurteil „gut“ erhielten.
Stiftung Warentest hatte im vergangenen Jahr 26 Sonnenschutzmittel untersucht, darunter mehrere Produkte aus der Apotheke. Ziel der Untersuchung war es, die Schutzwirkung, gesundheitliche Unbedenklichkeit, Anwenderfreundlichkeit sowie Kennzeichnung und Verpackung der Produkte objektiv zu bewerten.
Diese drei Sonnenschutzmittel erhielten das Testurteil „sehr gut“:
Alle erfüllten die Anforderungen an UVB- und UVA-Schutz vollständig, zeigten keine Auffälligkeiten bei kritischen Inhaltsstoffen und überzeugten durch sehr gute bis gute Ergebnisse in den weiteren Prüfkategorien.
Sonnenschutz mit echten Filtern ist wichtig. Doch: Die alten Dogmen zum Thema UV-Exposition und Sonnenschutz werden aktuell durch groß angelegte epidemiologische Studien gründlich aufgewirbelt. So legen neuere Daten nahe, dass ein radikales Meiden der Sonne ein ähnliches Sterblichkeitsrisiko bergen kann wie das Rauchen. Für die pharmazeutische Beratung am HV-Tisch erfordert dies einen sensiblen Spagat zwischen notwendigem Hautschutz und lebenswichtigen systemischen Lichteffekten. Das APOTHEKE ADHOC Webinar „HV-Deep-Dive: Das Sonnendilemma“ beleuchtet die wissenschaftlichen Hintergründe – jetzt anschauen in der Mediathek!
Dieses und weitere Themen finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Apotheken Umschau. Für weitere Beiträge besuchen Sie gern die APOTHEKE ADHOC-Rubrik „Apotheken Umschau“.
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