Viren oder Bakterien

Viele nehmen Halsschmerzen nicht ernst

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Berlin -

Infekte beginnen meist mit Halsschmerzen. Ein kratzender Hals mit gleichzeitigem Erschöpfungsgefühl bedeutet meist: Erkältung im Anmarsch. Dabei zeigt eine Umfrage, dass Halsschmerzen allein von vielen Betroffenen noch nicht ernst genommen werden. Jeder Fünfte lässt sich durch Halsschmerzen im Alltag gar nicht beeinflussen. Doch ab wann ist Vorsicht geboten?

Eine vom Lemocin-Hersteller Stada beauftragte Umfrage, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut Innofact, liefert neue Erkenntnisse zum Umgang mit Halsschmerzen in der Bevölkerung. Dabei fiel auf, dass sich zwar 38 Prozent der Befragten bei Halsschmerz im privaten Alltag schonen, aber die Mehrheit der Teilnehmer:innen das Symptom nicht ernst nimmt. 29 Prozent leben mit Halsschmerzen normal weiter und gehen arbeiten. Betroffene würden lediglich auf Sport verzichten. Weitere 21 Prozent gaben an, sich im Alltag von Halsschmerzen nicht beeinflusst zu fühlen. Andererseits nimmt mehr als jeder Zehnte Halsschmerzen sehr ernst und hält sogar Bettruhe.

Womit hängen Halsschmerzen zusammen?

In mehr als 50 Prozent der Fälle sind Viren Auslöser für Halsschmerzen, allen voran Erkältungsviren. Wenn diese sich im Rachenraum ausbreiten, kann sich die Schleimhaut entzünden. Dies führt in der Regel zu Halsschmerzen. Neben aufkommenden Infekten gibt es auch andere Ursachen für Halsschmerzen: Auch Rauchen, trockene Luft, mangelnde Mundhygiene, Staub, Chemikalien oder zu lautes Schreien können verantwortlich für Halsschmerzen sein.

Rachenentzündung (Pharyngitis): Überwiegend ausgelöst durch Erkältungsviren, seltener durch andere Viren, Bakterien, spezielle Erreger oder Reizstoffe aus der Umwelt. Die Mandeln sind dabei nicht entzündet.

Diese Symptome können auftreten:

  • anfangs Halskratzen oder Halsschmerzen
  • Brennen in der Nase, Niesreiz, Schnupfen
  • eventuell Kopfschmerzen
  • seltener Fieber sowie Husten

Die Halsschmerzen sind normalerweise nach drei Tagen vorbei, die übrigen Erkältungssymptome nach etwa einer Woche.

Vorsicht bei Mandelentzündung: Betroffen sind vor allem die Gaumenmandeln. Auslöser sind häufiger Bakterien, vor allem des Typs beta-hämolysierende Streptokokken A und Viren.

Diese Symptome können auftreten:

  • starke bis sehr starke Halsschmerzen, die länger als zwei Tage dauern und in die Ohren ausstrahlen
  • Schluckbeschwerden, Beläge auf den Mandeln
  • Mundgeruch, kloßige Sprache
  • geschwollene und beim Abtasten schmerzhafte Lymphknoten am Hals
  • Fieber
  • Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit

Sollte der Verdacht auf eine eitrige Mandelentzündung bestehen, ist dringend ein Arztbesuch nötig. Denn es besteht die Gefahr, dass eine durch Streptokokken verursachte Mandelentzündung entzündliche Reaktionen in Herz, Nieren oder Gelenken nach sich zieht.

Schmerzlinderung bei Halsschmerzen besonders wichtig

93 Prozent der Umfrageteilnehmer:innen versuchen aktiv etwas gegen ihre Halsschmerzen zu unternehmen. Präparate aus der Apotheke sind dabei besonders beliebt. Zwei Faktoren waren bei einer medikamentösen Behandlung von Halsschmerzen besonders wichtig:

  • Eine schmerzlindernde Wirkung ist für 69 Prozent relevant.
  • Für 60 Prozent der Teilnehmer:innen ist eine schnelle Symptomlinderung wichtig.
  • Nur 17 Prozent legten Wert auf die sichere Kombination mit anderen Medikamenten.

Um sich gegen Halsschmerzen oder Infekte zu schützen, achten 43 Prozent nach eigenen Angaben in der kalten Jahreszeit auf eine vitaminreiche Ernährung. Auch ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung stehen bei 36 Prozent der Befragten hoch im Kurs. Weitere 36 Prozent nutzen auch Präventionsmaßnahmen wie die Reduzierung von Körperkontakt und verzichten auf das Händeschütteln.

„Zudem suchen viele Rat in der Apotheke. Ein Viertel der Deutschen greift auf Präparate zur Unterstützung des Immunsystems zurück. Außerdem ist allgemein bekannt, dass es sich lohnt, schon beim ersten Kratzen im Hals tätig zu werden. Jeder Fünfte nutzt entsprechende Medikamente bereits bei ersten Anzeichen von Halsschmerzen“, so heißt es in der Auswertung der Umfrage.

Präparate, um Halsschmerzen zu lindern:

  • Halsspray zum Betäuben und desinfizieren des Rachenraumes
  • Halsschmerztabletten zur Schmerzlinderung und Betäubung
  • Lutschpastillen die den Mund- und Rachenraum befeuchten
  • Gurgellösungen die entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken
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