Mindestabstand einhalten!

Statt Kittel: PTA trägt T-Shirt mit Warnhinweis Alexandra Negt, 28.03.2020 09:27 Uhr

Berlin - „Mindestabstand halten – mindestens 2 Meter – auch ohne Corona!“ Mit diesem Slogan auf ihrem selbst gestalteten T-Shirt möchte PTA Angela Heinen die Kunden der Hubertus Apotheke in Elsdorf deutlicher darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, den geforderten Mindestabstand einzuhalten. Inhaberin Ilona Weiß war Initiatorin der Aktion – alle weiteren Kollegen dürfen sich laut Chefin gerne anschließen.

Hinweise direkt auf der Arbeitskleidung

In der Hubertus Apotheke in Elsdorf stehen aktuell noch keine Plexiglaswände an den HV-Tischen, um eine Tröpfcheninfektion während des Beratungsgespräches zu vermeiden. Bislang hat Weiß mit Hilfe von Bodenmarkierungen und Pylonen versucht, die Kunden auf Abstand zu halten. In der Apotheke hängen zudem Hinweisschilder aus. Doch das alles scheint nicht ausreichend zu sein: „Die Kunden rennen die Pylonen häufig um, oder treten sie sogar beiseite. Das ist nicht schön“, erzählt Angela ein wenig böse, ein wenig enttäuscht. „Auf die Plexiglaswände warten wir aktuell noch, sie sind bestellt, doch aufgrund der hohen Nachfrage müssen wir uns noch gedulden.“ Die Ware direkt an den Kassen wurde bereits umsortiert. Da Bonbons & Co. fehlen, kann es hier nicht mehr zur Keimübertragung kommen.

#cannotstayathome

Der Hashtag #cannotstayathome, in Anlehnung an den aktuell beliebten Hashtag #stayathome, soll verdeutlichen, dass die Mitarbeiter der Apotheke systemrelevant sind und ihren Job trotz Pandemie ausüben müssen. Angela erhofft sich durch die T-Shirts mehr Aufmerksamkeit: „Vielleicht respektieren dann mehr Kunden die Verhaltensregeln.“ Sie bedauert, dass es Kunden gibt, die in nicht angemessener Wortwahl darum bitten, nicht mehr über das Virus zu sprechen: „Lassen sie mich mit dem Thema in Ruhe“, ist ein Satz, der momentan häufig in der Offizin fällt. Angela zufolge sind es insbesondere die älteren Kunden, die mittlerweile ablehnend auf die Thematik „Corona“ reagieren. Das finden sie und auch ihre Chefin traurig, „immerhin wollen wir ja gerade diese Generation mit den Maßnahmen vor einer Infektion schützen.“

Das erste Kleidungsstück dieser Art trug die Chefin selbst. Weiß stellt es ihren Angestellten frei, ob sie ebenfalls ein „Abstands-Shirt“ tragen möchten. „Wer sich dafür entscheidet, bekommt die Kosten allerdings von der Chefin erstattet. Dabei ist es egal, ob man sich ein T-Shirt fertig kauft oder es selbst gestaltet.“ Angela selbst trägt das Shirt erst seit zwei Tagen, ob die Maßnahme erfolgreich sein wird, wird sich zeigen, sie und ihr ganzes Team wünschen es sich sehr.

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