Impfung und Infektion

Sonderfälle bei Impfzertifikaten – Teil 2

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Berlin -

Nicht immer ist klar, wie Impf- und Genesenenzertifikate ausgestellt werden müssen. Zwar gehören Grundimmunisierung plus Booster immer noch zur häufigsten Variante, doch Durchbruchsinfektionen und von der Zulassung abweichende Stiko-Empfehlungen erschweren den Prozess.

Dreimal Comirnaty – das ist wohl der simpelste Fall, den Apotheker:innen und PTA sich beim Ausstellen der Impfzertifikate vorstellen können. Doch nur die wenigsten Kund:innen zeigen ein homologes Biontech-Impfschema vor. Kein Problem – als Booster Moderna lässt sich auch noch einfach eintragen. Doch bereits bei den nur einmalig mit Janssen Geimpften fangen die Probleme an. Wenn dann noch Durchbruchsinfektionen oder zu lange Impfabstände dazu kommen, fehlen klare Anweisungen zur Eintragung.

Genesen, Geimpft, geimpft

Für Personen, die nach einer Infektion grundimmunisiert wurden, kann in der Apotheke bereits nach einer Impfung ein QR-Code ausgestellt werden. Die erste Injektion muss als 1/1 eingetragen werden, da ehemals Infizierte bereits nach einer Injektion mit einem mRNA-Impfstoff als vollständig grundimmunisiert gelten. Bei einer weiteren Impfdosis handelt es sich dann um die Booster-Impfung. Die Apotheke kann eine „Genesenen-Impfung“ ausstellen. Hierfür müssen Apotheker:innen und PTA den zugehörigen Schieberegler umlegen. Wichtig: Auf dem Zertifikat erscheint lediglich die Nummer der Dosis pro Anzahl der verabreichten Injektionen. Der Zusatz „Booster“ erscheint nicht.

Geimpft, geimpft, genesen

Erleidet eine Person eine Durchbruchsinfektion nach vollständiger Impfung, darf für die Infektion keine Genesenen-Impfung eingetragen werden. Im Portal wird der Schieberegler nicht umgelegt. Apotheken können nach dem regulär ausgestellten Impfzertifikat für die Grundimmunisierung lediglich ein Genesenenzertifikat ausstellen. In einigen Bundesländern kann dieses drei Monate lang bei 2G-Plus-Veranstaltungen vorgezeigt werden, da es einer Booster-Impfung gleichgestellt ist.

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