Ohne Rezept: Nur mit Arzt

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Berlin - Der Kunde benötigt dringend ein verschreibungspflichtiges Medikament. Ein Rezept dafür hat er nicht – er setzt auf die Kulanz seiner Stammapotheke. Doch Apothekenmitarbeiter sollten den Kundenwunsch nur in absoluten Ausnahmefällen erfüllen.

Wenn verschreibungspflichtige Medikamente ohne Rezept abgegeben werden, macht sich der Apotheker strafbar. Das gilt auch, wenn zum Beispiel nur eine Tablette aus einem Blister entnommen werden. Denn er verstößt gegen den Paragraphen 48 des Arzneimittelgesetzes (AMG). Darauf kann eine Geld- oder sogar eine Haftstrafe folgen.

Die Abgabe eines verschreibungspflichtigen Medikaments ohne Rezept bricht auch Wettbewerbsrecht. Eine Apotheke darf ohne Rezept keine Rx-Arzneimittel abgeben, weil sie sich damit einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschaffen würde. Schon ein einmaliges „Augenzudrücken“ könnte sich herumsprechen – und mehr Kunden in diese Apotheke führen. So hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe Anfang 2015 geurteilt.

Das Urteil bezog sich auf einen Fall aus Baden-Württemberg. In Aulenburg bei Ravensburg hatte sich eine Apotheke geweigert, eine Packung Blutdrucksenker abzugeben, da die Kundin kein Rezept vorlegen konnte. Die PTA sah zwar im System, dass die Patientin seit Jahren das Präparat einnahm, hielt sich jedoch ans Gesetz. Denn es handelte sich nicht um einen Notfall; die Frau wollte nur in den Urlaub fahren.

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