Pikrinsäure: So wird entsorgt

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Berlin - Explosives Nachweisreagenz: Pikrinsäure sorgte in den vergangenen Monaten immer wieder für Großeinsätze von Feuerwehr und Polizei. Apotheken müssen die Chemikalie nicht mehr zwingend vorrätig halten, jedoch ist sie als Überbleibsel noch in einigen Laboren zu finden.

Pikrinsäure oder 2,4,6-Trinitrophenol wurde in der Apotheke zur Identitätsprüfung von Benzylpenicillin, Chloroquin oder Pethiden verwendet. Denn die Säure bildet mit vielen Stoffen Salze, sogenannte Pikrate, die aufgrund ihrer starken Färbung leicht zu identifizieren sind. Pikrinsäure findet außerdem in der Chemieausbildung zum Nachweis von Alkaloiden, Aromaten und Aminen Anwendung.

Die starke Säure ist in trockenem Zustand oder mit einem Wassergehalt von weniger als 30 Prozent hoch explosiv und unterliegt in diesem Zustand dem Sprengstoffgesetz. Schon eine kleine Erschütterung oder ein Schlag genügen, um eine Explosion auszulösen. Auch Reibung, die beim Öffnen des Gefäßes entstehen kann, kann eine Detonation durch trockenen Pikrinsäurekristalle auslösen. Apotheken sollten daher immer darauf achten, dass mindestens ein Drittel Wasser im Aufbewahrungsgefäß sein sollte.

Entdeckt die Apotheke einen Behälter mit undefinierter Pikrinsäure, muss eine Bewertung der Gefährlichkeit erfolgen. Dabei sind folgende Kriterien zu beachten:

  • Die Substanz wird einem durchsichtigen Gefäß gelagert und es ist erkennbar, dass die Säure bereits trocken und nicht mehr feucht genug gelagert wird.
  • Das Gefäß ist undurchsichtig und wird schon sehr lange aufbewahrt.
  • Das Gefäß ist aus Metall: Jetzt ist besondere Vorsicht geboten, denn es ist eine Bildung von hochexplosiven Metallpikraten möglich.
  • Am Gefäß sind kristalline gelbliche Anhaftungen sichtbar. Gefahr ist im Verzug, wenn diese am Verschluss zu finden sind, denn dann kann es bereits beim Öffnen des Gefäßes zu einer Detonation kommen.

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