Ionisator: Keine Rückstände mehr im Messzylinder | APOTHEKE ADHOC
Erleichterung für die Rezeptur

Ionisator: Keine Rückstände mehr im Messzylinder

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Berlin -

In vielen Apotheken werden Kapseln immer noch mittels volumetrischer Herstellung befüllt. Zum Graus aller PTA kommt es immer wieder dazu, dass Wirk- und Füllstoffreste im verwendeten Messzylinder verbleiben. Dies führt zu Schwierigkeiten beim Ablesen und natürlich auch zu Volumen- und mitunter Wirkstoffverlusten. Fagron bietet nun eine Lösung für dieses Problem: Mittels Ionisators soll elektrostatische Aufladung vermieden werden.

Beim Abwiegen mancher Arzneistoffe kommt es vor, dass das Pulver nicht richtig vom Löffel abgehen will oder fast schon zur Wägeunterlage hingezogen wird. Ein Beispiel hierfür ist Miconazol – das Überführen des weißen Pulvers in Fantaschale oder Becherglas erfordert auf jeden Fall eine Rückwägung der Wägeunterlage. Doch auch bei anderen Arznei- oder Hilfstoffen kommen PTA mit elektrostatischer Aufladung in Kontakt. Beispielsweise bei der Kapselherstellung. Das Be- und Umfüllen der Messzylinder im Rahmen der volumetrischen Herstellung geht häufig mit Verlusten einher, da Cellulose, Mannitol & Co. am Glas hängen bleiben.

Volumetrisch vs. gravimetrisch: Einige Apotheken setzen mitlerweile auf die rein gravimetrische Herstellung. Ein Grund für diese Vorgehensweise ist die relativ aufwendige Herstellung im Messzylinder. Durch mehrmaliges Be- und Umfüllen der Zylinderf kommt es zu Verlusten und abschließend zu minderbefüllten Kapseln. Inwieweit die Verluste den Wirkstoff betreffen, lässt sich nicht bestimmen. PTA, die häufig Kapseln herstellen, wissen mit wie viel Gramm Füllstoff sie eine gewisse Anzahl Kapseln einer bestimmten Größe befüllen. Jeder Rezeptar rührt überdies anders in der rauen Reibschale, sodass die gravimetrische Herstellung individueller an den Herstellenden angepasst werden kann.

Leichteres Abwiegen und Entleeren

Der FagronLab Ion-e Ionisator soll diesen Problemen nun ein Ende bereiten. Egal ob beim Abwiegen, Mischen oder Befüllen – das Gerät neutralisiert im Hintergrund die elektrostatische Aufladung von Pulvern. „Die meisten pharmazeutischen pulverförmigen Rohstoffe werden als Isolatoren eingestuft“, informiert Fagron, „was bedeutet, dass sie dazu neigen, jede an ihrer Oberfläche erzeugte Ladung zu halten.“ Dadurch, dass beim Herstellungsprozess unterschiedliche Materialien (Glas, Acryl, Kunststoffe) zum Einsatz kommen, würden perfekte Bedingungen für die sogenannte Kontaktelektrifizierung geschaffen werden. Bislang sind Wissenschaftler sich nicht 100-prozentig einig, was genau bei der Kontaktelektrifizierung passiert. Erst im vergangenen Jahr ist es Wissenschaftler:innen gelungen, den Ladungsübertrag während der kurzen Zeit der Berührung von Stoff und Oberfläche zu beobachten.

Übrigens: Diese elektrostatische Aufladung kann sogar gefährlich werden. Gibt es viele Kontakte zwischen Stoff und Oberfläche, was beispielsweise bei Pulvern der Fall sein kann, so können sehr hohe elektrische Spannungen entstehen. Im schlimmsten Fall können ungewollte Explosionen entstehen.

Apotheken, die den Ionisator nutzen wollen, profitieren davon, dass das Gerät relativ kompakt ist und im Hintergrund läuft. Durch die Neutralisation der Elektrostatik können Prozesse vereinfacht und beschleunigt werden. Die Neutralisation erfolgt durch Ionen – im Wechsel werden positive und negative Ionen abgegeben. Durch eine reduzierte Partikelhaftung können PTA von einer höheren Präzision beim Wiegen und einer verbesserten Einheitlichkeit, beispielsweise von Kapselinhalten

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