Anekdoten, Polemik und Aufklärung

#DerApotheker: Das anonyme Twitter-Phänomen aus der Offizin APOTHEKE ADHOC, 12.11.2020 10:30 Uhr

Berlin - #DerApotheker ist ein Social-Media-Phänomen: Innerhalb von zwei Jahren hat er auf Twitter eine Gemeinde von fast 40.000 Followern aufgebaut – zum Vergleich: Die Abda liegt bei 3500. Es folgten Präsenzen bei Instagram, Facebook, ein eigener Blog und jüngst gar ein eigenes Buch. Wer mehr als seinen Avatar und sein Werk in Erfahrung bringen will, hat es aber nicht leicht: #DerApotheker legt großen Wert darauf, anonym zu bleiben. Was treibt ihn an?

Generischer könnte sein Pseudonym nicht sein: Unter dem Account #DerApotheker gibt ein Pharmazeut in den sozialen Medien Einblick in den Arbeitsalltag, ist dabei nicht selten sarkastisch bis polemisch, nimmt unbedarfte Kunden auf die Schippe und kritisiert das Verhalten von Kollegen, Ärzten und Krankenkassen gleichermaßen. Wer aber herausfinden will, um wen es sich handelt, muss erst einmal unter fast konspirativen Umständen versuchen, an ihn heranzukommen: Im Impressum seines Blogs ist nur eine Hamburger Rechtsanwältin genannt, die den Kontakt nach vorheriger Anfrage bei ihm herstellt. Bis man ihn persönlich spricht, läuft alles beinahe verschwörerisch. Erst am Telefon verrät er – ausnahmsweise, wie er betont – wer er ist, will das aber unter keinen Umständen in der Presse lesen.

„Ich möchte nicht, dass mein Arbeitgeber das weiß, vor allem, weil ich über Kunden schreibe und teilweise auch über Kollegen und Ärzte. Außer ein paar Freunden und Kollegen, denen ich mich anvertraut habe, weiß das niemand“, sagt er. Verdacht habe in seinem Umfeld bisher noch niemand geschöpft, „auch weil ich größtenteils mit älteren Kollegen zusammenarbeite, die nicht so viel im Internet rumhängen“. Doch nicht nur des Friedens am Arbeitsplatz wegen hält er seine Identität geheim, sondern auch wegen des Kernthemas seiner Kritik: Homöopathie und alle, die an sie glauben. „Ich habe einfach keine Lust, dass irgendwelche Leute zu mir in die Apotheke kommen und über das Thema diskutieren wollen. Außerdem habe ich in der Vergangenheit oft gesehen, dass Kritiker in der Debatte sehr schnell persönlich, teilweise sogar handgreiflich, angegriffen werden. Das will ich mir ersparen und deshalb nicht mit Namen und Gesicht da auftreten.“

Seine Haltung zur Homöopathie ist nicht nur eine Randnotiz, sondern war die Initialzündung für seine klandestine Social-Media-Arbeit: „Ursprünglich wollte ich mit meinem Account nur über Homöopathie aufklären“, sagt er. „Denn ich finde, die hat in einer Apotheke nichts zu suchen. Wenn man sich mit den naturwissenschaftlichen Fakten beschäftigt, kann ich nicht nachvollziehen, wie man das als Fachmann verteidigen kann.“ Seine Botschaft vermittelt er dabei nicht nur mit pointierten Aphorismen wie: „Homöopathie ist, einen ‚Wirkstoff‘ immer weiter zu verdünnen und zu denken, dass er am stärksten sei, wenn er nicht mehr da ist, um eine Krankheit zu heilen, gegen die er keine Wirkung besitzt.“ Oder: „Es gibt zwei Arten von Menschen, die Homöopathie anwenden: Die, die es nicht besser wissen, und die, die alles besser wissen. Für Erstere besteht Hoffnung.“ Vielmehr setzt er neben Aufklärung auch auf Unterhaltung: „Ich erzähle im Grunde nur, was im Apothekenalltag passiert“, sagt er.

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Coronavirus

Quarantäne-Ausnahmen

NRW-Kliniken: 3500 Kontaktpersonen im Einsatz»

Single- oder Family-Packung

CentoKit: PCR-Test bei Amazon»

Logistiker buhlen um Aufträge

Impfstoff-Logistik: Der Verteilungskampf beginnt»
Markt

Naturkosmetik

Pascoe bringt Hyaluron-Serum»

49 Kandidaten in Phase III

Novartis setzt auf die eigene Pipeline»

Für keimfreie Masken & Handys

Fagron: Mini-Sterilisator für zu Hause»
Politik

Teil-Lockdown bis vor Weihnachten

Corona-Regeln für Weihnachten und Silvester»

Streit um NNF-Beiträge

Der Notdienst und die Insolvenz»

Wie geht es weiter?

Länder stimmen gemeinsames Vorgehen in der Corona-Pandemie ab»
Internationales

Sputnik-V

Putin bietet russischen Corona-Impfstoff an»

Mit PCR-Tests

Schweiz: Apotheken füttern Corona-Warnapp»

Ebola-Medikament überzeugt nicht

Corona: WHO rät von Remdesivir ab»
Pharmazie

Rückruf

Salofalk: Zäpfchen sind marmoriert»

Chargenüberprüfung

Gynokadin: Falsches Datum auf der Bündelfolie»

Auf die Galenik kommt es an

Schmerztherapie: End-of-dose Failure vermeiden»
Panorama

Laserzentrum

Abrechnungsbetrug: Neun Hautärzte vor Gericht»

Corona-Maßnahmen

Kein Weihnachtsgeschäft: Handel fordert Hilfe»

Auch wegen Corona

Apotheke berät Kunden per Video»
Apothekenpraxis

Probleme bei Logistik und Kommunikation

Grippeimpfstoffe: Schlechte Noten für Spahn»

adhoc24

Impfzentren mit PTA / Spahn kauft Impfstoff / DocMorris-Marktplatz»

Verkauf an Laien

Schnelltest von der Tankstelle »
PTA Live

Zunge rausstrecken & vieles mehr

Warum Masketragen auch schön sein kann»

Blended-Learning-Konzept

Eignungsprüfung: Ausländische PTA starten in die Vorbereitung»

Seenotrettung

Apotheker aus Buxtehude versorgt Sea Watch»
Erkältungs-Tipps

Wenn der Husten länger dauert

Chronische Bronchitis: Wie Phytotherapie helfen kann»

Tipps und Tricks für die lieben Kleinen

Das Kind ist krank – was tun?»

Mittelohrentzündung & Co.

Von der Nase zum Ohr: Wie Erreger wandern»
Magen-Darm & Co.

Gefahren der Pilzsaison

Achtung Pilzvergiftung: Fliegenpilz & Co.»

Fremdkörpergefühl im Hals

Globussyndrom: Auch an den Magen denken»

Trendprodukt Selbsttests

Was können Darmflora-Analysen & Co.?»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Von Milchbildung bis Abstillen

Milchfluss: Grundlage für die Stillzeit»

Supplemente in der Schwangerschaft

Folsäure & Jod: Nur die Hälfte ist versorgt»

Geschlechtsbestimmung

Mädchen oder Junge? Der Genetik auf der Spur»
Medizinisches Cannabis

Höchstmengen, Herstellung, Dokumentation

Cannabis: Das Wichtigste aus den Gesetzen»

Sonder-PZN, Lieferengpässe & Co.

Retaxgefahr Cannabis»

Blüte, Extrakt, Kapsel

Cannabis: Schritt für Schritt zur Rezeptur»
HAUTsache gesund und schön

Mimikfalten, Krähenfüße & Co.

Hautalterung: Wenn Kollagen und Elastin schwinden»

Mehr als dunkle Flecken

Pigmentstörung: Nicht nur ein Problem des Alters»

Viel hilft nicht immer viel

Überpflegung der Haut»