Arbeitsrecht

Der richtige Umgang mit Überstunden dpa/APOTHEKE ADHOC, 18.06.2018 12:24 Uhr

Nürnberg/Delbrück - Pünktlich Feierabend? An vielen Arbeitsplätzen ist das nur Wunschdenken. Obwohl immer mehr Unternehmen eine gute Work-Life-Balance versprechen, gehören Überstunden für viele Mitarbeiter immer noch zum Arbeitsalltag. Oft wissen sie nicht, dass sich ihre Arbeitgeber im Umgang mit Überstunden in einer rechtlichen Grauzone bewegen – oder ihnen fehlt der Mut, die angemessene Bezahlung für die Zusatzarbeit einzufordern.

Das Pensum der geleisteten Überstunden in Deutschland ist in den vergangenen Jahren stabil geblieben: „Wenn man sich die Gesamtheit von bezahlten Überstunden, unbezahlten Überstunden und Überstunden, die mit Freizeit abgegolten werden, ansieht, dann blieb die Zahl seit der Wiedervereinigung weitgehend konstant“, sagt Professor Dr. Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg.

Allerdings gab es eine Verschiebung innerhalb der geleisteten Überstunden: Solche, die bezahlt werden, haben sich halbiert - dafür gibt es doppelt so viele Überstunden, die abgefeiert werden können. Ein Trend geht also zu Arbeitszeitkonten – doch es gibt auch viele Mitarbeiter, deren geleistete Stunden überhaupt nicht erfasst werden. Je nach Unternehmen und Position sind Überstunden mit dem Gehalt abgegolten – Klauseln im Arbeitsvertrag regeln das scheinbar.

Denn nicht immer sind sie erlaubt: „Klauseln eines vom Arbeitgeber vorformulierten Arbeitsvertrags können ähnlich wie Allgemeine Geschäftsbedingungen unzulässig sein“, sagt Jürgen Markowski, Fachanwalt für Arbeitsrecht aus Nürnberg. „Gibt es Klauseln, die überraschend sind oder einseitig benachteiligen, sind diese unzulässig und damit unwirksam.“ Das gelte auch für Formulierungen, die nicht klar und verständlich seien.

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